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Xoloitzcuintle

Xoloitzcuintle

Der Xoloitzcuintle oder Mexikanische Nackthund, in seinem Heimatland auch als Perro Pelon Mexicano bekannt, blickt auf eine fast drei Jahrtausende lange Geschichte zurück, wie Funde antiker bildnerischer Darstellungen belegen. Ursprünglich wurde er von den Eingeborenen Mexikos und Perus als Fleischlieferant gezüchtet, bei den Azteken entwickelte er sich zu einem beliebten Wach- und Begleithund. Von den Azteken wurde ihm die Rolle eines irdischen Vertreters des Totengottes Xolotl zugesprochen, was auch seinen Namen erklärt, der übersetzt etwa „Hund des Xolotl“ bedeutet. Archäologische Funde belegen, dass diese Hunde wie der Gott Xolotl von den Menschen als Begleiter der Verstorbenen in die Totenwelt verehrt wurden. In Peru und Mexiko wurden in vielen antiken Gräbern Skelette dieser Hunde gefunden, die Seite an Seite mit den Menschen begraben lagen. Noch heute leben die meisten Exemplare dieser Rasse bei den Indios in den Höhenlagen der Anden. Als die spanischen Seefahrer Südamerika im 16. Jahrhundert eroberten, wurde der Xoloitzcuintle beinahe vollständig ausgerottet. Die ungewöhnlich zarte Haut dieser Hunde wurde zudem von den Amerikanern zu luxuriösen Handschuhen verarbeitet, was ebenfalls zum beinahe völligen Verschwinden dieser uralten Hunderasse beitrug. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden zu Kriegszwecken mit der Haut des Xoloitzcuintles Giftgas-Experimente durchgeführt, da sie jener der Menschenhaut sehr ähnlich ist. Seit den Fünfzigerjahren wird die Rasse von Hundeenthusiasten geschützt und gezielt weitergezüchtet. Heute zählt der Xoloitzcuintle zu den seltensten Hunderassen der Welt, denn es existieren Schätzungen zufolge weltweit nur etwa hundert Exemplare. Der chinesische Nackthund ist ein direkter Nachfahre des Xoloitzcuintle, denn er entstand durch eine Kreuzung desselben mit europäischen Hunden.

Erscheinungsbild

Der ursprüngliche Xoloitzcuintle fällt vor allem dadurch auf, dass ihm das Haarkleid fehlt. Er besitzt eine ungewöhnlich glatte und weiche Haut, die sehr sensibel auf Berührung reagiert und Wärme ausstrahlt. Sie erscheint in Schwarz oder unterschiedlichen Dunkelgrau-Schattierungen. Hellere Varianten wie Leder- oder Bronzefarben sowie weiße und gefleckte Hunde sind zugelassen, jedoch nicht erwünscht. Nackte Xolos besitzen an der Stirn und am Ende der Rute etliche Haare, die sich in unterschiedlichen Farbtönen zeigen können. Während früher nur die Zucht von haarlosen Exemplaren erlaubt war, sind heute auch Varietäten mit Fell zugelassen. Behaarte Xolos sind in sämtlichen möglichen Farben und Farbkombinationen zugelassen.
Der Xoloitzcuintle kommt in drei unterschiedlichen Größenvarianten vor. Miniatur-Xolos erreichen eine Widerristhöhe von maximal 35 Zentimetern, die Intermediär-Variante ist zwischen 35 und 45 Zentimeter hoch, Xolos der Standard-Varietät können bis zu 62 Zentimeter groß werden. Allen Typen ist der harmonische Körperbau mit der breiten und kräftigen Brust, der dünnen Rute, den schlanken Gliedmaßen und dem langen Hals gemeinsam. Auffallend ist der breite und dennoch sehr elegante Schädel mit den lebhaften mandelförmigen Augen und den meist aufrecht getragenen, verhältnismäßig großen und ausdrucksvollen Fledermausohren. Hunden der haarlosen Varianten können genetisch bedingt einige Zähne fehlen.

Charakter und Pflege

Der Xoloitzcuintle zeichnet sich als Urtyphund vor allem durch sein ursprüngliches, wenn auch etwas scheues und Fremden gegenüber grundsätzlich misstrauisches Wesen aus. Er blickt auf eine lange Geschichte als halbwilder Hund zurück, weshalb er sich kaum dazu eignet, von einem Hundeanfänger gehalten zu werden. Er benötigt viel Auslauf und eine umfassende, konsequente Sozialisierung von Welpenalter an, um im Umgang mit fremden Menschen nicht zum Problem zu werden. Seinem Besitzer ist der Xoloitzcuintle hingegen ein anhänglicher und sensibler Gefährte, der in enger Beziehung zu seiner Bezugsperson leben möchte. Wird seinem Bedürfnis nach Zuwendung, Aufmerksamkeit und vor allem körperlicher Nähe nicht entsprochen, verkümmert er seelisch. Daher sollte er ausschließlich von Menschen gehalten werden, die viel Zeit in seine Pflege investieren können. Wichtig ist eine konsequente Erziehung und gleichzeitig ein liebevoller, geduldiger und zärtlicher Umgang. Xolos sind äußerst intelligent, energetisch und lernfähig, weshalb sie sich für Sportarten wie Obedience oder Agility perfekt eignen.
Der Xoloitzcuintle wurde von den Azteken als Wachhund gezüchtet und wird daher sein Revier und seine Familie immer beherzt verteidigen. Allerdings sollte diese Charaktereigenschaft nicht zusätzlich gefördert werden, da er sonst einen übertriebenen Schutzinstinkt entwickeln könnte. Sonst ist der Xolo ein anpassungsfähiger und freundlicher Begleiter, der sich im Zusammenleben mit Kindern und anderen Haustieren als ruhiges und friedliches Familienmitglied auszeichnet.