Livestream Shop Sponsoren

Westfälische Dachsbracke

Westfälische Dachsbracke

Mit einer Widerristhöhe von 30 – 38 cm stellt die Westfälische Dachsbracke die kleinere, niederläufige Version der Deutschen Bracke dar. Mit ihrem kurzen, dichten Fell und reichlich Jagdpassion ausgestattet, ist die Westfälische Dachsbracke ein idealer Begleiter im Jagd- und Hundesport. Wer einen solchen Hund führt, hat in jedem Fall etwas Besonderes an der Leine, denn die Population in Deutschland beläuft sich auf rund 250 eingetragene Hunde und jährlich circa 35 Welpen.

Rassebeschreibung Westfälische Dachsbracke

Als niederläufiger Jagdhund wird die Westfälische Dachsbracke im FCI-Standard in der Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen) in der Sektion 1.3 Kleine Laufhunde geführt. Eine Arbeitsprüfung ist erforderlich.

Die Westfälische Dachsbracke hat eine Widerristhöhe von 30 bis 38 cm und dichtes, grobes Haarkleid, welches an der Unterseite der Rute und am Hals etwas länger sein darf. Die Fellfarben entsprechen den typischen Bracken-Färbungen: gelbe bis rote Fellfarbe mit einem schwarzen Mantel oder Sattel sowie weißen Abzeichen (tricolor). Seltener sind zweifarbige Hunde mit rötlicher bis gelber Färbung und schwarzem Sattel oder schwarze Tiere. Die weißen Abzeichen an Fang, Bauch, Brust und Läufen sowie Blesse, weißer Halsring und weiße Rutenspitze sind ebenfalls klassische Brackenabzeichen. Die hängenden Ohren sind unten stumpf abgerundet, recht breit und mittellang und liegen gut am Kopf an. Die gut angesetzte Rute wird hängend mit leichtem Bogen an der Spitze oder säbelförmig aufrecht getragen.

Geschichte

Die Ursprünge der Westfälischen Dachsbracke gehen auf das 16. Jahrhundert zurück. Bereits damals tauchten unter den Bracken immer wieder einmal Tiere mit kürzeren Läufen und vergleichsweise langem Rücken auf. Aus dieser spontanen Mutation wurden dann von Menschenhand zwei neue Rassen herausgezüchtet, als sich die Vorzüge dieser mit allen Vorzügen einer Bracke, jedoch niederläufigen Tiere zeigten. Aus dem kleinen, krummbeinigen Typen, der für die Baujagd verwendet werden konnte, entstand der heutige Teckel (Dackel), aus dem etwas höheren, geradeläufigen Typen entwickelte sich die Dachsbracke, die bei der Brackierjagd auf Niederwild Verwendung fand.

Zunächst, nämlich im Jahr 1779, wurde für die heutige Dachsbracke jedoch durch August Wilhelm Graf von Mellin die Bezeichnung Hasenhund geprägt. Diese Bezeichnung entstand aus der hervorragenden Eignung dieser Tiere für die Laute Jagd (Brackierjagd) auf Hasen, die durch die kleinen Hunde deutlich weniger erschreckt wurden und somit schneller zum Ausgangspunkt zurück zu treiben waren.

Mit der Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts ging die Erfolgsgeschichte der Dachsbracke deutlich zurück. Die einst überwiegend beim Adel zu findenden Hunde wurden vom einfachen Volk allein aufgrund dieser Tatsache nicht allzu sehr geschätzt. Aber auch die veränderte Landschaftsstruktur in Deutschland und der Wandel der Forst- und Agrarwirtschaft ließen die Population der Hunde sinken.

Aufgrund des nur noch geringen Bestandes der Westfälischen Dachsbracke besteht seit dem Jahr 2012 ein Zuchtprojekt, bei dem der Drever (Schwedische Dachsbracke) eingekreuzt wird. Diese Rasse geht in ihrem Ursprung auf die Westfälische Dachsbracke zurück, ist jedoch inzwischen etwas größer und schwerer.

Verwendung

Als passionierter Jagdhund ist die Westfälische Dachsbracke für verschiedene jagdliche Einsatzzwecke geeignet. Beim Stöbern oder bei Drückjagden, der Schweißarbeit oder dem Apportieren zeigen diese Hunde auch heute noch ihre Passion. Ihr ursprünglicher Verwendungszweck, die Brakierjagd, verliert in Deutschland und Europa zunehmend an Bedeutung. Bei dieser lauten Jagd verfolgten Bracken mit lautem Spurlaut das Wild und trieben dieses im Bogen auf gewohnten Wechseln und Pässen auf die Jäger zu. In Deutschland darf diese Art der Jagd gemäß Bundesjagdgesetz ausschließlich in geschlossenen Flächen mit einer Größe von mehr als 1.000 ha ausgeübt werden.

Aufgrund der ohnehin geringen Population und der Jagdpassion dieser Hunde werden Welpen im Regelfall nur an Jäger abgegeben. Im Sportbereich wären diese Hunde für alle Arten von Nasenarbeit, beispielsweise das Mantrailing, sowie für das Apportieren geeignet. Aber auch als ausdauernder Begleiter im Gelände, zum Beispiel beim Reiten, sowie als Partner in den modernen Zughundesportarten wie Canicross (Laufen mit Zughund) oder Dogtrekking (Wandern mit Zughund) würde die Westfälische Dachsbracke eine gute Figur machen.