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Weisser Schweizer Schäferhund

Weisser Schweizer Schäferhund

Der Weiße Schweizer Schäferhund oder Berger Blanc Suisse ist eine ebenso imposante wie vielseitige Hunderasse.

Geschichte

Genau wie der Deutsche Schäferhund stammt auch der Berger Blanc Suisse von den Herdengebrauchshunden früherer Zeiten ab. Sie mussten bei jeder Witterung zuverlässig und belastbar sein. Hütehunde mit weißem Fell wurden von vielen Schäfern bevorzugt, denn sie konnten auch im Dunkeln leicht von Raubtieren unterschieden werden. Ein solcher Hund wurde in den 1880er Jahren an den Frankfurter Züchter Friedrich Sparwasser verkauft und hörte auf den Namen Greif. Sein Enkel, der 1895 geborene Rüde Hektor Linksrhein, sollte der Stammvater sowohl des Deutschen als auch des Weißen Schweizer Schäferhundes werden. Er ging 1898 in den Besitz des Dresdner Rittmeisters Max von Stephanitz über. Dieser gründete 1899 in Karlsruhe den Verein für Deutsche Schäferhunde und ließ den Rüden Hektor, der inzwischen den Namen Horand von Grafrath trug, als erstes Tier in das neue Zuchtbuch eintragen. Unter den Nachkommen Horands und seines Wurfbruders Luchs Sparwasser kam sowohl das rezessiv vererbte weiße als auch das dominante dunkle Fell vor. Beide Farbschläge wurden im Zuchtbuch geführt, denn für Stephanitz war das Aussehen der Hunde im Gegensatz zu ihrem Gebrauchswert zweitrangig. 1933 wurde weißes Fell aus dem Rassestandard des Deutschen Schäferhundes getilgt, so dass dieser Farbschlag in Europa fast völlig verschwand. In den USA und Kanada hingegen wurde der „White German Shepherd“ immer beliebter. In den 1970er Jahren brachte die Züchterin Agatha Burch ihren Rüden Lobo mit in die Schweiz und begründete mit ihm die Zucht des Berger Blanc Suisse. Die Popularität der Rasse, die seit 1991 im Schweizerischen Hundestammbuch geführt wird, wuchs nun auch in Europa stetig. Dennoch scheiterte die internationale Anerkennung durch die FCI lange am Widerstand des Vereins für Deutsche Schäferhunde, der weiße Tiere nach wie vor als Fehlfarbe der eigenen Rasse betrachtete. Erst im Jahr 2003 wurde die vorläufige und 2011 schließlich die endgültige Anerkennung der Rasse bewilligt.

Aussehen

Der Berger Blanc Suisse soll kräftig gebaut und athletisch aber elegant sein. Rüden erreichen 60 bis 65 cm Stockmaß und 40 kg Gewicht, Hündinnen 55 bis 60 cm und 33 kg. Der Kopf ist keilförmig mit mittelgroßen Stehohren, schwarzer Nase und schwarzen Lippen sowie mandelförmigen braunen Augen. Der muskulöse Rücken ist mäßig lang und gerade, nur die Kruppe fällt leicht ab. Um einen raumgreifenden Gang zu ermöglichen, sollen Vorder- und Hinterhand ausreichend gewinkelt und gut bemuskelt sein. Es kommt kurzes Stockhaar und voluminöses Langstockhaar vor, das nicht immer reinweiß, sondern an Ohren und Rücken mitunter ockerfarben ist.

Wesen und Verwendung

Es handelt sich um eine lebhafte Rasse mit großem Bewegungsdrang. Außerdem ist der Berger Blanc Suisse ein besonders anhänglicher Hund, der seinem (Menschen-) Rudel am liebsten überallhin folgt – der Spitzname „Weißer Schatten“ kommt nicht von ungefähr. Die Tiere leiden, wenn sie allein gelassen werden, und sollten, wenn möglich, ihre Menschen im Alltag begleiten dürfen. Selbstverständlich besitzen diese Schäferhunde einen ausgeprägten Schutz- und Hütetrieb, der in Ermangelung einer Schafherde auch Menschen einschließt. Der Jagdtrieb – im Sinne von Beute wittern und erlegen – ist weniger dominant, allerdings jagen viele Weiße Schweizer Schäferhunde gern ausgelassen anderen Tieren oder Menschen nach, was aber eher ihrem Spieltrieb geschuldet ist. Sie gehen freundlich und oft überschwänglich auf bekannte Menschen zu. Da diese Kontaktfreude als bedrohlich empfunden werden könnte, sollte der Hund entsprechend erzogen werden. Die Schäferhundezucht arbeitet auf Gehorsam und Gelehrigkeit hin, daher fallen die meisten Erziehungsmaßnahmen beim Berger Blanc Suisse schnell auf fruchtbaren Boden. Mit geistiger Forderung und Einfühlungsvermögen erreicht man mehr als mit Härte und Drill, denn die Tiere sind sehr sensibel, intelligent und lernwillig. Ein kontrovers diskutierter Charakterzug der Rasse ist ihre Zurückhaltung gegenüber Fremdem. Ein Berger Blanc Suisse reagiert vorsichtig auf neue Eindrücke, ist aber keineswegs nervös, ängstlich oder gar aggressiv. Dank all dieser Eigenschaften eignet sich die Rasse hervorragend als kinderlieber Familienhund, eifriger Sporthund sowie als zuverlässiger, ausgeglichener Blindenführhund oder Therapiehund.