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Weimaraner

Weimaraner

Der Weimaraner ist eine deutsche Jagdhunderasse, die von der FCI in Gruppe 7, Sektion 1.1 geführt wird.

Geschichte

Da es sich beim Weimaraner um eine vergleichsweise alte Rasse handelt, ist seine Abstammung nicht genau dokumentiert und es existieren zahlreiche Theorien über den Ursprung dieser Vorstehhunde. Mehrere Quellen weisen darauf hin, dass sie schon seit Jahrhunderten in und um Deutschland gezüchtet werden. In einem Gemälde van Dycks aus dem Jahr 1631 erscheint beispielsweise ein Hund, der dem heutigen Weimaraner stark ähnelt. Es ist außerdem historisch belegt, dass die Rasse gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Weimar am Hofe des Großherzogs Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach gezüchtet wurde, woher vermutlich auch ihr Name rührt. Es ist wahrscheinlich, dass der Weimaraner zum Großteil vom sogenannten Hubertushund abstammt, der schon ab dem 9. Jahrhundert im Kloster St. Hubertus in den Ardennen gezüchtet wurde. Eine weitere Theorie vermutet seinen Ursprung in Deutschland als Abkömmling des Leithundes und Nebenform des Deutsch Kurzhaars. Dementsprechend wurde er bis zum Ende des 19. Jahrhunderts weithin als farbliche Abweichung dieser Rasse betrachtet und sogar bis 1922 im Stammbuch Deutsch Kurzhaar geführt. Mit der Gründung des „Vereins zur Reinzucht des silbergrauen Weimaraner Vorstehhundes“ im Jahre 1897 (heute Weimaraner Klub e.V.) wurden die Rassestandards klar festgelegt.

Aussehen

Das wohl auffälligste Merkmal des Weimaraners ist sein einfarbig silber-, reh- oder mausgraues Fell, wobei kleinere weiße Abzeichen an Brust und Zehen erlaubt sind. Die meisten Weimaraner sind Kurzhaarhunde mit dichtem, glatt anliegendem Deckhaar. Diese Fellform wird dominant vererbt. Die rezessiv vererbte Langhaarvariante zeichnet sich durch weiches, 3 - 5 cm langes Deckhaar aus, das glatt oder leicht gewellt sein kann. Der Kopf soll trocken sein, die Ohren breit und recht lang, etwa bis zum Mundwinkel. Auch die Augen, im Welpenalter blau und bei erwachsenen Tieren bernsteinfarben, sind charakteristisch für die Rasse. Der Körperbau ist elegant und sehnig, mit kräftiger Muskulatur. Rüden erreichen ein Stockmaß von bis zu 70 cm und ein Gewicht von 40 kg, Hündinnen bis zu 65 cm und 35 kg.

Wesen und Verwendung

Der Weimaraner ist ein Arbeitshund, der gezielt für die Jagd gezüchtet wird. Seine Vielseitigkeit und Ausdauer machen diesen Vorstehhund zu einem zuverlässigen Begleiter im Wald, im Feld und am Wasser. In der Zucht wurde bewusst auf die Einkreuzung von Pointerblut verzichtet, so dass der heutige Weimaraner zwar eifrig und agil ist, aber nicht übermäßig temperamentvoll. Er zeichnet sich durch seine hohe Wild- und Raubzeugschärfe aus. Seine größte Stärke liegt in der Arbeit nach dem Schuss – beim Verlorenbringen und der Schweißarbeit zeigt er sein Talent für systematische und ausdauernde Suche.

Ein dominanter Wesenszug des Weimaraners ist seine Anhänglichkeit. Er ist oft stark auf seine Bezugspersonen fixiert und Fremden gegenüber eher reserviert, was ihn einerseits zu einem sehr leichtführigen Hund macht, andererseits aber mit einem stark ausgeprägten Schutztrieb einhergeht. Bei der Erziehung ist es deshalb besonders wichtig, übermäßigem Schutzverhalten und eventuellen Verlassensängsten entgegenzuwirken. Weimaraner sind intelligente, lernwillige, aber auch sensible und charakterstarke Tiere, deren Ausbildung viel Konsequenz und Geduld erfordert. Härte und stumpfsinniges „Einpauken“ von Kommandos sind allerdings fehl am Platz. Da in der Weimaranerzucht seit jeher gezielt auf die Eigenschaften hingearbeitet wird, die einen Jagdhund auszeichnen, eignet sich diese Rasse nur bedingt als reiner Begleithund. Weimaraner wollen sowohl körperlich als auch geistig gefordert werden und ihren Jagdtrieb ausleben. Für Hundehalter ohne Jagdambitionen kann dies zum Problem werden, da sich die Tiere bei Unterforderung andere, womöglich unerwünschte Ventile für ihre Energie suchen. Wer Weimaraner dennoch – entgegen der Empfehlung vieler Kenner der Rasse einschließlich des Weimaraner Klubs – als Begleithunde halten möchte, sollte sich dessen bewusst sein und den Tieren ausreichend geistige und körperliche Auslastung bieten, z. B. durch Agility oder andere Hundesportarten.