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Tschechoslowakischer Wolfhund

Tschechoslowakischer Wolfhund

Tschechoslowakische Wolfshunde sind unter Gruppe 1, Sektion 1 von der Fédération Cynologique Internationale als Hunderasse anerkannt. Die Rasse entstand Mitte der 1950er Jahre im Bemühen um eine Verbesserung der Eigenschaften des deutschen Schäferhundes durch Kreuzung mit Karpatenwölfen. Ziel war die Züchtung eines kälteunempfindlichen, in großen Höhenlagen aktiven Diensthundes.

Erscheinungsbild

Der tschechoslowakische Wolfshund ähnelt Deutschen Schäferhunden mit langen Läufen und verfügt über einen elegant wirkenden, leichten Körperbau. Die Mindesthöhe des Widerrests soll bei Rüden 65 Zentimeter und bei Hündinnen 60 Zentimeter betragen. Das Mindestgewicht von Rüden ist 26 Kilogramm, dasjenige von Hündinnen 20 Kilogramm.
Die Länge des Körpers steht zur Widerristhöhe in einem Verhältnis von 10 zu 9. Die Kopfform bildet sowohl von der Seite als auch von oben gesehen einen stumpfen Keil. Die schmalen schrägliegenden Augen sind bernsteinfarben. Der ovale Nasenschwamm ist schwarz. Die dünnen Stehohren weisen eine Dreiecksform auf. Die hoch angesetzte Rute hängt gerade herunter, während sie sich bei Erregung sichelförmig aufrichtet. Die faltenlose straffe Haut ist unpigmentiert. Tschechoslowakische Wolfshunde zeigen einen leichtfüßigen, raumgreifenden Trab und sind im Schritt Passgänger.
Als Zuchtfehler gelten u. a. eine flache Stirn, ein zu schwerer oder zu leichter Kopf, falsch angesetzte oder grobe Ohren, eine gering ausgeprägte Maske und ein wellenförmiger und zu kurzer Bewegungsablauf. Besonders kritisch werden Proportionsabweichungen, charakterliche oder Verhaltensfehler, fehlende Zähne oder unregelmäßige Bisslinien, atypisch geformte Augen, Wammen, lose Bänder und ein atypischer Gang bewertet.

Wesen

Die temperamentvollen und sehr aktiven tschechoslowakischen Wolfshunde sind mutig und furchtlos, jedoch auch misstrauisch und verfügen über ein gutes Reaktionsvermögen. Gegenüber ihrem Herrn beweisen sie besondere Treue. Im Rassestandard ist ein gewisses Misstrauen und Vorsicht gegenüber allen Neuerungen und allem Unbekannten festgehalten.
Die Stärken des Tschechoslowakischen Wolfshundes liegen in seiner außerordentlichen körperlichen Leistungsfähigkeit, seinem Orientierungssinn und seiner Fährtensicherheit sowie in seiner Ausdauer. Tschechoslowakische Wolfshunde verfügen über eine vielfältige Körpersprache.

Haltung und Pflege

Tschechoslowakische Wolfshunde sind in der Körperpflege anspruchslos, bedürfen aber der seelischen und geistigen Pflege und Förderung. Ihre große Intelligenz, Lernfähigkeit, und Wissbegierde muss durch abwechslungsreiche und sinnvolle Beschäftigung befriedigt werden. Nicht angeleitete und allein gelassene Wolfshunde können ein großes Zerstörungspotential entfalten.
Die Erziehung erfordert Konsequenz und Autorität mit einer Schwerpunktsetzung auf der Verstärkung richtiger Verhaltensweisen durch Lob. Auf ungerechte oder unangemessene Behandlung reagiert der Wolfshund sensibel.
Für die Erziehung der Hunde ist eine frühzeitige Sozialisierung und Gewöhnung an Menschen und Umwelteinwirkungen von Bedeutung, da die Tiere ansonsten zu Schreckhaftigkeit und Scheu tendieren. Die Gewöhnung an plötzliche laute Geräusche und unruhige Situationen sollte behutsam erfolgen. Wolfshunde sollten Reizüberflutungen nicht ausgesetzt werden. Fremde sollten nicht aufdringlich wirken, sondern ein allmähliches Kennenlernen ermöglichen.
Tschechoslowakische Wolfshunde besitzen einen starken Jagdtrieb sowie außerordentliche Ausdauer und Körperkraft, was sie befähigt, Laufstrecken von bis zu 100 Kilometern zurückzulegen und nach nur kurzer Erholungspause wieder aktiv zu sein. Bei der Haltung ist daher unbedingt auf ausreichende Bewegungsmöglichkeiten zu achten. Keinesfalls dürfen die selbstbewussten Wolfshunde in Zwingern und auch nicht in Etagenwohnungen gehalten werden.
Gehege müssen absolut ausbruchssicher angelegt werden. Wolfshunde sind geschickte Kletterer und Springer und können auch zwei Meter hohe Umzäunungen leicht überwinden. Holzeinzäunungen oder Maschendraht halten dem Gebiss eines Wolfshundes nicht dauerhaft stand. Absperrungen müssen mindestens 50 Zentimeter tief in den Boden reichen, damit sie nicht untertunnelt werden.
Wegen des weitgehend selbstreinigenden Fells verfängt sich wenig Schmutz dauerhaft, so dass ein Baden gewöhnlich nicht erforderlich ist. Allerdings wechseln die Tiere zweimal im Jahr über jeweils mehrere Wochen ihr Fell, was eine große Belastung bei Haltung innerhalb eines Hauses bedeutet.
Die starke Unterwolle macht den Tschechoslowakischen Wolfshund auch gegen besonders starke Kälte unempfindlich, mit der er bei Rückzugsmöglichkeiten in einen vor besonders schlechtem Wetter schützenden Unterstand und in Gesellschaft eines Artgenossen gut zurechtkommt.