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Tibet-Spaniel

Tibet-Spaniel

Anders als es der Name Tibet-Spaniel vermuten lässt, sind diese kleinen, äußerlich an einen Pekinesen oder Mops erinnernden Hunde keine Jagdhunde. Sie zählen nach dem Standard der Fédération Cynologique Internationale (FCI) zur Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde). Ihre Ahnen stammen aus Zentralasien. Trotz ihrer geringen Größe sind Tibet-Spaniel alles andere als typische Schoßhündchen. Robust, temperamentvoll und geradezu kernig brauchen sie viel Auslauf und eignen sich auch für Hundesport und Agility – aber absolut nicht für die Jagd.

Geschichte der Rasse

Bereits vor mehr als 3000 Jahren sollen die Vorfahren dieser Rasse in Zentralasien gelebt haben. In tibetischen Aufzeichnungen wurden die kleinen Haushunde unter der Bezeichnung „Jemtse Apso“ rund 1500 Jahre später erstmals beschrieben. Sie leisteten Mönchen Dienste, indem sie die abgelegenen Klöster bewachten, Gebetsmühlen drehten und im Winter als Schoßtiere Wärme spendeten. Über die Seidenstraße gelangte die Rasse nach Europa und es gilt als sicher, dass aus ihr im 17. Jahrhundert nicht nur der Pekinese hervorging, sondern auch andere europäische Klein- und Zwerghunde von dem kleinen Tibeter abstammen. Die Rasse hat im Laufe der Jahrtausende nichts von ihrer Ursprünglichkeit und Robustheit eingebüßt. Von züchterischer Bedeutung war die Rasse in Europa zunächst nicht. Obwohl 1895 der erste Wurf in England dokumentiert ist, gibt es einen Rassestandard erst seit 1934. Im Laufe des Zweiten Weltkriegs schrumpfte der ohnehin sehr geringe Bestand, sodass nach Kriegsende mit Importen aus Tibet neu begonnen wurde. Seit 1961 ist die Rasse vom FCI anerkannt.

Rassebeschreibung

Ein Tibet-Spaniel wiegt zwischen 4 kg und 7 kg und erreicht eine Schulterhöhe von durchschnittlich 25 cm. Der Größen- und Gewichtsunterschied zwischen Rüden und Hündinnen ist entsprechend gering. Erlaubt sind alle Fellfarben und Farbmischungen. Das Haarkleid ist mittellang, seidig und fein, charakteristisch ist die dichte Unterwolle. Ganz typisch ist die fedrige, meistens eingerollte Rute. So harmonisch und „rund“ wie alles an ihm sind such seine mittelgroßen Ohren, die leicht abstehend herunterhängen.

Wesen

Tibet-Spaniel werden aufgrund ihres niedlichen Aussehens leicht unterschätzt. Wer sich für die Rasse interessiert, sollte sich nicht von Größe und Optik täuschen lassen: Die ehemaligen tibetischen „Gebetsmühlenhunde“ sind hart im Nehmen und alles andere als kleine degenerierte Luxushunde. Sie sind wachsam, wetterfest und sehr intelligent. Ihre Halter sollten sich darauf einstellen, dass die Rasse als typische Wachhunde Fremden gegenüber zurückhaltend oder sogar misstrauisch ist und gerne bellt. Zudem fallen viele Tibet-Spaniel durch ihren Hang zur Sturköpfigkeit auf. Weil geringe Größe und Selbstbewusstsein sich nicht ausschließen, sollte Zeit für eine verständnisvolle, aber konsequente Erziehung aufgewendet werden. Einfühlsam erzogene Tibeter danken es als kinderliebe Familienhunde und treu ergebene Begleiter.

Lebenserwartung & Gesundheit

Kaum Neigung zu Erbkrankheiten und Fehlbildungen und eine insgesamt hohe Lebenserwartung von durchschnittlich 16 Jahren – der kleine Asiate ist dank seiner Urwüchsigkeit nahezu unverwüstlich. Er braucht aufgrund der dichten Unterwolle regelmäßige Fellpflege. Aus dem gleichen Grund sollte er vor intensiver Sonneneinstrahlung und Hitze geschützt werden. Beides verträgt er nicht gut, davon abgesehen ist er denkbar unkompliziert und anspruchslos.

Verwendung & Sport

Die Rasse braucht eine gute Mischung aus Ruhephasen und Beschäftigung. Langeweile mögen Tibet-Spaniel gar nicht, sie möchten am liebsten eine Aufgabe haben und gefordert werden! Allerdings sind sie keine ausgesprochenen Laufhunde, lange Strecken liegen ihnen nicht. Klassischer Hundesport wie Agility macht ihm aber Spaß, ebenso wie modernes Dogdancing oder Discdogging.

Haltung

Tibet-Spaniel können sehr gut in der Wohnung gehalten werden, genießen es aber als Wachhunde auch, ihr eigenes Terrain – also Haus, Hof oder Garten – im Auge zu behalten, am liebsten von einem erhöhten Standort. Die kleinen Asiaten schätzen vor allem in einer lebhaften Familie oder Umgebung ihren geschützten Rückzugsort für „Tiefenentspannung“, wo sie ungestört dösen und schlafen können. Kontakt zu ihren Zweibeinern ist für diese Rasse enorm wichtig. Tibet-Spaniel schaffen es zwar in der Regel, kurzfristig allein zu bleiben, bevorzugen aber die ständige Nähe ihrer Menschen.