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Thailand Ridgeback

Thailand Ridgeback

Der Name verrät es: Anders als der in Deutschland seit den 70er-Jahren populäre Rhodesian Ridgeback stammt diese von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) als Thai Ridgeback bezeichnete Hunderasse aus Thailand. Sie gehört zur FCI-Gruppe 5, in der Spitze und Hunde vom Urtyp geführt werden. In Fernost blickt der als „Mah Thai“ oder „Phu Quoc“ bezeichnete Hund auf eine lange Tradition als Wach- und Jagdhund zurück. Die planmäßige Zucht des Exoten begann jedoch erst in jüngster Vergangenheit. Daher ist das Verhaltensspektrum des Thai Ridgebacks deutlich variabler als bei langjährig gezüchteten Rassen. Sein Äußeres erinnert entfernt an einen Spitz. Zugleich weist er Merkmale alter asiatischer Rassen auf, beispielsweise die gefleckte Zunge. Namensgeber ist der Aalkamm auf dem Rücken (Ridge), der unterschiedlich geformt sein kann. Obwohl der Thailand Ridgeback laut Rassestandard als idealer Familienhund gilt, ist seine Haltung in der Schweiz (Kanton Genf) verboten, da er auf der Liste möglicherweise gefährlicher Rassen geführt wird.

Geschichte der Rasse

Ihre Heimat ist das östliche Thailand, genauer die Insel Phu Quoc. In historischen Dokumenten des ehemaligen Königreiches Siam werden Thai Ridgebacks als Phu-Quoc-Hunde bereits vor rund 400 Jahren beschrieben. Durch die isolierte geografische Lage der Insel blieb ihr urtypisches Aussehen nahezu unberührt von Vermischungen mit anderen Rassen. Eine Verwandtschaft zum Rhodesian Ridgeback konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Im Osten Thailands waren die menschenbezogenen Mah Thais als Fuhrwerksbegleiter und Jagdhelfer beliebt, wurden aber auch als Wach- und Hütehunde eingesetzt. Dass die Rasse heute auch über Thailand hinaus bekannt ist und gezüchtet wird, ist einem kalifornischen Hundezüchter zu verdanken, der einige der „Gratrücken“ nach Amerika holte. Seit Mitte der 90er-Jahre ist die Rasse vom FCI und vom Verband des deutschen Hundewesens (VDH) anerkannt.

Rassebeschreibung

Thailand Ridgebacks sind mittelgroße, muskulöse Hunde, deren kurzes Haar entlang des Rückens einen Haarkamm (Ridge) bildet. Rüden wiegen durchschnittlich zwischen 22 kg und 32 kg, die Größe (gemessen bis Widerrist) variiert zwischen 56 cm und 61 cm. Hündinnen bringen bei einer Durchschnittsgröße zwischen 51 cm und 56 cm etwa 18 kg bis 23 kg auf die Waage. Neben den klassischen Fellfarben Schwarz, Blau und Falb gibt es die rote Fellvariante. Markenzeichen eines typischen Thai Ridgebacks sind die dunkle Maske und dunkle Nägel, eine schwarz-blau gefleckte oder komplett gefärbte Zunge – mitunter sind auch Gaumen und Zahnfleisch dunkel gefärbt – sowie eine zur Spitze hin dunkel auslaufende Rute.

Wesen

Als typischer Urhund ist ein Thai nicht immer unkompliziert. Zwar verfügt er über die im Rassestandard gelobten positiven Eigenschaften und kann durchaus ein robuster, lebhafter und treuer Familienhund sein. Allerdings wohnen widersprüchliche Seelen in seiner Brust – eine komplizierte Mischung aus dem Hang zur Dominanz bei gleichzeitiger Vorsicht, aus extremer Sturheit und Überempfindlichkeit. Selbst hundeerfahrene Menschen stoßen an ihre Grenzen, da seine ursprüngliche Eigenschaften wenig gemeinsam haben mit dem Verhalten uns bekannter europäischer Rassen. Ein Thailand Ridgeback ist nicht nur aufgrund seines sehr stark ausgeprägten Jagdtriebs eine Herausforderung, der nicht alle Hundeliebhaber gewachsen sind. Für Anfänger ist er ungeeignet!

Lebenserwartung & Gesundheit

Bei der Gesundheit macht es sich bemerkbar, dass Thais nicht überzüchtet sind. Bei der ursprünglichen Rasse gibt es keine anatomischen Übertreibungen, weder beim Typ noch bei der Größe. Das danken Thai Ridgebacks mit robuster Gesundheit und hoher Agilität bis ins Alter. Die voraussichtliche Lebenserwartung bei guter Pflege liegt bei 14 Jahren.

Die größten Probleme kann der als „Dermoid Sinus“ (DS) bezeichnete rassespezifische Hautschaden in Form von Zysten bereiten, der unmittelbar mit der Anlage des Ridges zusammenhängt und erblich bedingt ist. Treten diese Zysten auf, müssen sie operativ entfernt werden.

Verwendung & Sport

Als intelligente Jagd- und Begleithunde sind Thai Ridgebacks unglaublich trittsicher in jedem Gelände, springen exzellent und erfreuen ihre Halter durch ihre Aufmerksamkeit, Wendigkeit und Unerschrockenheit. In der Theorie ist diese Rasse geradezu prädestiniert für Hundesport wie Dog Dance, Agility und Coursing – dennoch arbeitet ein Thai nicht immer so mit, wie andere Hüte- oder Gebrauchshunde. Das hat verschiedene Gründe, die direkt mit seinem Charakter zusammenhängen. Thais haben mitunter einen Hang zu Motivationslosigkeit und einem Mangel an Selbstsicherheit. Das kann das Training erschweren und zu ehrgeizige Besitzer werden Probleme haben, diesen Mix aus Sturkopf und Sensibelchen zu akzeptieren.

Haltung

Selbstverständlich ist der Thailand Ridgeback ein Gefährte des Menschen und mag keine Zwingerhaltung. Ansonsten stellt er keine hohen Ansprüche, ist genügsam und zeichnet sich dadurch aus, dass er wenig bellt und trotz seiner Wachsamkeit schnell lernt, nicht „anzuschlagen“. So ist auch Wohnungshaltung in einem Mehrparteienhaus möglich – sofern der aktive und jagdlustige Hund genügend Gelegenheit zum Auslauf erhält und beschäftigt wird. Laufen ohne Leine ist in der Regel nicht möglich, da der Jagdtrieb selbst mit wohlerzogenen und gehorsamen Thais überraschend durchgehen kann. Dann gibt es kein Halten mehr! Das gilt übrigens auch für Zäune: Thais können unüberwindbar scheinende Gatter überspringen, weswegen sie die geborenen Ausbruchskünstler sind. Thai Ridgebacks akzeptieren nicht jeden anderen Hund und können ausgeprägte Abneigungen entwickeln. Auch Menschen gegenüber verhalten sie sich mitunter aggressiv oder ängstlich. Wer sich für die Rasse interessiert, sich eingehend mit dem speziellen Wesen dieser Hunde beschäftigt und sich trotz aller Besonderheiten für einen Thai entscheidet, wird mit einem außerordentlich klugen, robusten und treuen Gefährten belohnt.