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Staffordshire Bull Terrier

Staffordshire Bull Terrier

Der Staffordshire Bull Terrier stammt aus England, er wurde erstmals in der Grafschaft Staffordshire gezüchtet und ist in Großbritannien ein beliebter Familienhund, während ihn Deutschland, Österreich und die Schweiz in einigen Bundesländern/Kantonen als Listenhund führen. Die FCI (Fédération Cynologique Internationale als kynologischer Dachverband) listet ihn als Standard Nr. 76 in Sektion 3 der Gruppe 3 anerkannter Hunderassen.

Phänotypische Wesensbeschreibung des Staffordshire Bull Terriers

Nach den Kriterien des FCI und des Deutschen Clubs für Bullterrier hat ein Staffordshire Bull Terrier einen kurzen Kopf mit deutlichem Stop, breitem und gleichmäßig tiefem Schädel, kurzem Fang und schwarzem Nasenschwamm. Der Kiefer ist sehr stark mit großen Zähnen, die sich in einem vollständigen, regelmäßigen Scherengebiss finden. Die obere Schneidezahnreihe greift ohne Zwischenraum über die unter, die Zähne stehen senkrecht im Kiefer. Die Rasse verfügt über ausgeprägte Wangenmuskeln und straffe Lefzen, bevorzugt dunkle Augen teilweise mit Bezug zur Haarfarbe und dunkle Lidränder. Ein Staffordshire Bull Terrier soll nach anerkannten Zuchtkriterien nicht zu große Halbsteh- oder Rosenohren haben, unerwünscht sind das vollständige Stehohr ebenso wie das Schlappohr. Der kurze Hals des Hundes über dem gedrungenen Körper ist muskulös mit klarem Umriss und verbreitert sich zu den Schultern. Neben der geraden oberen Profillinie sind weitere Kennzeichen die breite Brust mit klar umrissenem, muskulösem und tiefem Brustkorb, dessen untere Rippen gut gewölbt erscheinen, die Rute von mittlerer Länge und tiefem Ansatz sowie gerade Läufe, die eher weit auseinanderstehen. Die von hinten betrachtete parallele Hinterhand ist sehr gut bemuskelt, die Sprunggelenke stehen recht tief, was dem Staffordshire Bull Terrier einen kraftvollen und freien Gang mit rationellem Aufwand erlaubt. Die Läufe bewegen sich parallel mit erkennbarem Schub der Hinterhand, die Pfoten des Hundes sind kräftig, mittelgroß und gut gepolstert. Einfarbige Tiere haben schwarze Krallen. Das Haarkleid fällt dicht, kurz und glatt aus, es werden die Farben Rot, Schwarz, Weiß und Falb anerkannt, wobei sich Weiß in eine der anderen Farben einmischen kann. Unterwünschte Farben sind Leberfarben und Schwarz mit Loh. Rüden werden bei einer Widerristhöhe zwischen 35,5 bis 40,5 cm ab 12,7 bis 17 kg schwer, Hündinnen 11 bis 15,4 kg, wobei das Gewicht strikt in ausgewogener Relation zur Größe stehen soll.

Staffordshire Bull Terrier: Wesen und Charakter

Laut Rassestandard des FCI ist der Staffordshire Bull Terrier innerhalb von Familien sehr liebevoll und schützt Kinder, für die er sich innerhalb der familiären Hierarchie bei entsprechender Erziehung verantwortlich fühlt. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass jeder Hund die Rangordnung strikt verinnerlicht, weshalb Unfälle vielfach auf Erziehungsfehler zurückzuführen sind. Ein Staffordshire Bull Terrier zeichnet sich in sozialen Tiergruppen bei frühzeitiger Integration durch hartnäckiges Verhalten, hohe Intelligenz und Mut aus, gegenüber Menschen verhält er sich bei entsprechender Ausbildung absolut zuverlässig. Daher setzen ihn mitteleuropäische Rettungsteams bevorzugt ein, in Großbritannien ist er ein sehr beliebter Familienhund.

Herkunft und Listenproblematik

Die Vorfahren heutiger Staffordshire Bull Terrier tauchten ab der Mitte des 18. Jahrhunderts in England auf, Bergleute in Staffordshire und Mittelengland züchteten sie zum Rattenjagen und -beißen, woraus später die Entwicklung zum Kampfhund resultierte. Hundekämpfe waren beliebte Wettveranstaltungen, die Hundebesitzer verdienten neben dem Einsatz ihrer Tiere auch durch Welpenverkauf und betrieben daher eine gezielte Zucht auf Kampfstärke und Aggression, bis England im Jahr 1835 als erstes europäisches Land die Tierkämpfe verbot. Über einhundert Jahre konzentrierten sich daraufhin englische Züchter auf die Familientauglichkeit der Staffordshire Bull Terrier, 1935 erkannte der englische Kennel Club die Rasse an. Da der Rassestandard lediglich in den Jahren 1948 und 1987 nochmals leicht verändert wurde, kann von einem familienfreundlichen Charakter des Hundes ausgegangen werden, zumal die letzten Änderungen lediglich den Phänotyp (Verringerung der Widerristhöhe) betrafen. Die Zuchtziele richten sich strikt auf Intelligenz und Menschenfreundlichkeit. Dennoch betrachten deutsche und österreichische Bundesländer sowie Schweizer Kantone (aber nirgends durchweg) den Staffordshire Bull Terrier als gefährlichen Listenhund der höchsten Kategorie mit den entsprechenden Halterbeschränkungen (Versicherungs-, Leinen- und teilweise Maulkorbpflicht), auch darf der Hund nicht nach Deutschland importiert werden.