Livestream Shop Sponsoren

Schweizer Laufhund

1. Geschichtliches

Der canis intermedius, der vermutliche Ahne der Schweizer Laufhunde, existierte in Italien und Österreich seit dem Bronzezeitalter. Auf schweizerisches Gebiet muss er mit den Römern oder schon früher gekommen sein. Gefundene Schädel in den Resten von Pfahlbaudörfern und römische Mosaiken, insbesondere in Avenches (Aventicum), bezeugen jedenfalls ihren alten Ursprung. Ihr häufiges Erscheinen auf Jagdszenen im Mittelalter weist auf ständige Verwendung hin.
Seit dem 15. Jahrhundert verfügte die Schweiz über hochwertige Zuchten. Es gibt aus dieser Zeit Hinweise darauf, dass vor allem in den Bergen bei St. Gallen und in Graubünden eine Rasse von Laufhunden zu Hause war, die höchsten Ruf genoss, und zwar besonders in Italien, wo man von den einheimischen Rassen nicht mehr viel hielt. So besorgte sich die Mailänder Herzogsfamilie der Sforza seit 1472 Laufhunde bei Albrecht von Bonstetten, dem Diakon der Abtei Einsiedeln sowie bei Jean Arnold Sägisser, dem Bürgermeister von Aarau.
Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts waren die Schweizer Laufhunde auch in Frankreich sehr gesucht. 1750 schrieb der Marquis de Foudras ausführlich darüber in seiner Betrachtung über die zeitgenössische Hetzjagd. Ludwig XV. interessierte sich daraufhin für die Hunde und wollte sich vom Herzog von Choiseul ein Paar besorgen lassen. Der Minister liess aber eine ganze Meute von 60 Hunden kommen. Von da an wurde ihr Wert allgemein anerkannt.

2. Wesensmerkmale

Alle Schweizer Laufhunde für die Jagd auf Niederwild, mit Ausnahme des Brunos (Juralaufhund vom Typ Sankt Hubertus), haben, abgesehen von der Farbe und Art des Fells, die gleichen allgemeinen Kennzeichen. Im Gegensatz zu den französischen Laufhunden wurde bei ihnen nie englisches Blut eingekreuzt.
Sie sind ausgezeichnete Wildfinder, lebhaft, intelligent, kräftig, tapfer und ausdauernd. Sie haben sehr feine Nasen und sind voll Jagdeifer. Sie folgen einer Fährte mit Sicherheit, und ihr mächtiges, tiefes Gebell erleichtert es dem Jäger, ihnen zu folgen. Selbst in felsigem Gelände entwickeln sie eine beachtliche Sicherheit. Sie sind sehr ausdauernd und zeigen auch nach Stunden noch keine Müdigkeit.

3. Anatomische Merkmale

3.1 Allgemeine Erscheinung

Mittelgroßer, wohlproportionierter, ziemlich langgestreckter Hund, der auf Kraft, Ausdauer und Adel gezüchtet ist. Alle Laufhunde schweizerischer Herkunft, mit Ausnahme des Brunos vom Typ Sankt Hubertus, haben die gleichen allgemeinen Charakteristika. Nur Farbe und Art der Haare unterscheiden die drei gegenwärtigen Varietäten: den Schweizer, den Luzerner und den Berner.

3.2 Größe

42 cm, besser 45 bis 50 cm.

3.3 Gewicht

27 bis 30 kg.

3.4 Kopf

Trocken, lang, schmal und der Größe des Hundes entsprechend; Stirnabsatz angedeutet; Fang gestreckt, mit fein gezeichnetem und häufig leicht gewölbtem Nasenrücken; sehr kräftiges Zangen- und Scherengebiss; Nase schwarz.

3.5 Augen

Möglichst dunkel; sanfter Blick.

3.6 Ohren

Sehr tief und weit hinten angesetzt, schmal und weich, sehr lang und faltig herabhängend, am Ende gut gerundet.

3.7 Hals

Ziemlich lang, kräftig, ohne beträchtliche Wamme.

3.8 Körper

Tiefe Brust, nicht allzu breit, wenig gerundet; ziemlich langer, starker und gerader Rücken; feste und muskulöse Hüftpartie.

3.9 Rute

Nicht allzu lang, waagrecht oder leicht gekrümmt getragen, aber nie im Bogen.

3.10 Gliedmaßen

Vordere ganz gerade, mit kräftigen Knochen; hintere mit starken muskulösen Schenkeln und mit leicht gekrümmten Sprunggelenken; keine Afterklauen.

3.11 Pfoten

Rund; Ballen derb und hart.

3.12 Haar

Immer sehr dicht, kurz und hart; der Luzerner ist immer kurzhaarig.

3.13 Farbe

Der Luzerner und der Schweizer haben ein weißes Fell mit farbigen Flecken; beim ersteren sind sie orange und rot getüpfelt, beim zweiten dunkel oder schwarz mit grauen oder blauen Sprenkelungen. Bei den drahthaarigen Hunden sind alle Farben zugelassen, außer einheitliches Schwarz oder Schokoladebraun.

3.14 Fehler

Geringelte Rute.

4. Ratschläge für die Haltung

Zur Jagdsaison muss man das Fell der Laufhunde kräftig und regelmäßig bürsten. Auch müssen ihre Ohren sorgfältig untersucht werden, um sicherzustellen, dass sie weder Verletzungen noch störende Haarbüschel in der Nähe des Gehörgangs haben. Diese kann man mit einer Pinzette zu entfernen versuchen. Wenn eine Entzündung vorliegt, sollte man den Tierarzt aufsuchen.