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Schipperke

Schipperke

Mit seinem dreieckigen Fuchsgesicht, den aufrechten, spitzen Ohren und blitzenden schwarzen Augen ist der Schipperke das Urbild von Gewitztheit und guter Laune. Der kleine Kerl wird kaum größer als 30 cm, sein muskulöser Hals, die breite Brust und der allgemein kräftige Körperbau lassen aber keinen Zweifel daran, dass der Schipperke ein richtig robustes Energiebündel ist.

Schulterhöhe und Körperlänge sind bei dieser Rasse annähernd gleich. Charakteristisch ist weiterhin das besondere Haarkleid. Es besteht aus dicker Unterwolle und dichtem, festem Deckhaar, das in verschiedenen Längen vorkommt. Kopf und Beine sind kurz behaart, der Körper etwas länger. Hals, Schultern und Brust tragen die typische langhaarige, buschige Krause. Zumindest das Deckhaar ist in der typischen Ausprägung rabenschwarz, bei der Unterwolle können auch braun- oder grauschwarze Töne vorkommen.

Der Schipperke stammt von dem schwarzen, mittelgroßen belgischen Hütehund Leuvenaar ab und ist damit selbst ein - wenn auch außerordentlich kleiner - Schäferhund. Die Rasse entstand vermutlich im 16. Jahrhundert in der belgischen Provinz Flandern. Schipperkes wurden von einfachen Leuten als mutige, unkomplizierte Wachhunde für Haus und Hof, als Hütehunde und Ungezieferjäger gehalten. Besonders populär waren sie auch als Wachhunde und Rattenfänger auf Lastkähnen. Im frühen 19. Jahrhundert war der Schipperke in Belgien so weit verbreitet, dass er als der belgische Nationalhund galt. Trotzdem war er nach wie vor ein Hund des einfachen Volkes, beliebt bei Binnenschiffern, Handwerkern und Arbeitern. Je nach Interpretation bedeutet Schipperke entweder "kleiner Schäferhund" oder "kleiner Bootsmann".

Auf belgischen Rassehundausstellungen erschien der Schipperke erst im späten 19. Jahrhundert. Nun hielt der kleine schwarze Wildfang langsam Einzug in die Haushalte der besseren Gesellschaft und wurde auch außerhalb Belgiens bekannt. Der 1888 gegründete belgische Schipperke-Club legte den Rassestandard fest, der auch heute noch weitgehend gilt. Eine wesentliche Änderung betrifft allerdings heute den Schwanz des Schipperke. Traditionell entweder schwanzlos geboren oder kupiert, sieht man den Schipperke heute oft mit seiner kräftigen, langen, leicht eingerollten Rute. In Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern herrscht Kupierverbot.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand der Schipperke fast völlig aus dem Straßenbild, erlebt jedoch in den letzten Jahren eine langsame und wohlverdiente Renaissance. Mit seiner geringen Körpergröße, seinem breiten Seemannsstand und seiner angeborenen Neugier und Wachsamkeit passt er nicht nur perfekt auf ein Hausboot, sondern ist auch hervorragend geeignet für die Wohnungshaltung. Er findet auch auf kleinem Raum etwas zu tun, spielt ausgiebig und ist neugierig auf alles, was drinnen und draußen vor sich geht.

Schipperkes sind aktiv, unabhängig, selbstbewusst und aufmerksam. Sie brauchen ihren täglichen ausgiebigen Auslauf, um glücklich und ausgelastet zu sein. An ihre Besitzer sind sie stark und liebevoll gebunden. Sie geben wunderbare Familienhunde und einfühlsame Freunde für kleine Kinder ab und sind ganz allgemein am zufriedensten, wenn sie mitten im Geschehen sind. Schipperkes sind schnell, geschickt, lernwillig und intelligent - Agility ist der perfekte Sport für sie.

Ein sehr ausgeprägter Wach- und Beschützerinstinkt gegenüber Familie und Besitz macht sie zu furchtlosen und unermüdlichen Wächtern von Wohnung, Grundstück, Kinderwagen oder Gepäck. Schipperkes müssen gut sozialisiert sein, damit sie sich Fremden gegenüber angemessen und nicht zu misstrauisch verhalten. Sie bellen gern und oft - auch hier müssen unter Umständen deutliche Grenzen gesetzt werden. Jagdtrieb auf Kleintiere wie Ratten oder Maulwürfe ist sehr häufig vorhanden.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Schipperkes verlieren kaum Haare und neigen auch nicht zum Verfilzen, ab und an bürsten genügt. Allerdings: Viele Schipperkes werfen einmal jährlich - Weibchen auch öfter - innerhalb weniger Tage ihre gesamte Unterwolle ab. Dann herrscht zeitweilig Fellpflege-Ausnahmezustand. Das ausgedünnte Haar wächst nach einigen Wochen wieder nach.

Schipperkes haben kaum gesundheitliche Probleme. Das spiegelt sich in ihrer Lebenserwartung von 15 Jahren oder mehr. Einzig das im Vergleich zu anderen Rassen etwas gehäufte Auftreten der Erbkrankheit Mukopolysaccharidose III verdient Erwähnung.