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Sarplaninac

Sarplaninac

Der Sarplaninac ist in den bergigen Regionen im Südosten des ehemaligen Jugoslawiens beheimatet und trägt den Namen dieses Gebiets – der sogenannten Sar-Planina. Diese Gegend erstreckt sich vom Kosovo über Serbien bis zu den Grenzen Albaniens und bietet zahlreichen seltenen Raubtierarten wie Wölfen und Bären einen idealen Lebensraum. Die genaue Abstammung des Sarplaninac ist bis heute nicht eindeutig erforscht, da Hirtenhunde aus der Sar-Planina von den dortigen Bauern immer unter diesem Rassennamen bekannt waren. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde mit der gezielten Zucht dieser Hunde begonnen. Im frühen 20. Jahrhundert, als die ersten Exemplare auf internationalen Ausstellungen präsentiert wurden, geschah dies fälschlicherweise unter dem Namen Kaski Ovcar. Diese eigenständige, aus dem slowenischen Karst stammende Hirtenhunderasse sieht dem Sarplaninac zwar zum Verwechseln ähnlich, blickt jedoch auf eine andere Zuchtgeschichte zurück und ist von deutlich kleinerem Körperbau.
Ende der 1930-er Jahre wurde der Sarplaninac schließlich unter der Bezeichnung „illyrischer Schäferhund“ allmählich auch außerhalb der Grenzen des damaligen Jugoslawiens bekannt. Je nach Gebrauch unterscheiden die Züchter heute zwischen zwei Arten des Sarplaninac. Die Izvorni, die ursprünglichen Gebirgshunde, werden immer noch vorrangig eingesetzt, um die Schaf- und Ziegenherden vor wilden Raubtieren aus den bewaldeten Gebieten zu schützen. Sie werden in der Regel mit billigen landwirtschaftlichen Produkten wie Milch, gekochtem Mais und Brot gefüttert und erhalten nur sehr selten Fleisch aus Schlachtabfällen. Der Urbanski Sarplaninac hingegen wird als städtische Hunderasse deutlich besser versorgt, weshalb meist nur Tiere dieser Unterart auf Ausstellungen anzutreffen sind. Allerdings entsprechen beide Varianten den Rassestandards und sind daher nicht als eigenständige Typen zu betrachten.

Wesen des Sarplaninac

Dieser Hirtenhund wird oft als unkontrollierbar und aggressiv angesehen, wobei dieses Vorurteil in der Unerfahrenheit vieler Halter begründet ist. Der Sarplaninac hat sich durch die gezielte Zucht und seinen Einsatz als Schutzhund zu einer sehr eigenständigen und mutigen Rasse entwickelt, die durch ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein besticht. Grundsätzlich besitzt der Sarplaninac ein ruhiges und ausgeglichenes Gemüt und eine hohe Reizschwelle. Da er im Laufe des 20. Jahrhunderts in seiner Heimat jedoch zunehmend auch als Armee- und Polizeihund Einsatz fand, wurden andere Rassen, vorrangig der Deutsche Schäferhund eingekreuzt. Sonst hätte der Sarplaninac mit seinem selbstständigen Denken, seiner großen Statur und seiner zuchtbedingten Sturheit als Diensthund nur wenig getaugt. Allerdings kam man im ehemaligen Jugoslawien wieder davon ab, den Sarplaninac für den Polizei- und Armeedienst zu gebrauchen. Übrig bleib daher ein kräftiger und eigenwilliger Hirtenhund mit einer gesenkten Reizschwelle und einer gewissen Angriffslustigkeit. Da jedoch nur ein Teil der Hunde diese Kreuzung geerbt hat, ergeben sich im Wesen des Sarplaninac große Unterschiede. Die ursprünglichen Hirtenhunde sind noch heute wesentlich sanfter und ruhiger im Umgang und stellen daher kaum eine Gefahr dar.

Erscheinungsbild

Der Sarplaninac ist von kräftiger und gedrungener Statur und erreicht je nach Geschlecht bei einer Widerristhöhe von maximal 62 Zentimetern ein Gewicht von bis zu 45 Kilogramm. Kleinere Tiere sind wegen ihrer Zuchtgeschichte eher unerwünscht. Er besitzt ein dichtes und an einigen Körperstellen bis zu zwölf Zentimeter langes Fell mit einer dichten Unterwolle. Von Weiß über verschiedene Braun- und Grauschattierungen bis schwarz sind alle Farbvarianten zulässig. Das Haarkleid ist am Kopf, an den Ohren und den Vorderläufen kurz und dunkel. Die buschige Rute ist zur Spitze hin verjüngend und wird je nach Gemütszustand säbel- bis bogenartig getragen, die hängenden Ohren liegen dicht am Kopf und erinnern in ihrer Form an ein V.

Haltung und Pflege des Sarplaninac

Wer sich die Haltung eines solchen – mitunter unberechenbaren – Kraftpakets dennoch zutraut, sollte sich beim Erwerb genau informieren, wo der Hund herkommt und welche Charaktereigenschaften seine Zuchtlinie aufweist. Von Welpen, die Nachkommen ehemaliger Diensthunde sind, sollten auch fortgeschrittene Hundehalter Abstand halten. Insbesondere dann, wenn er als Familienhund gehalten werden soll, ist eine sorgfältige Züchterwahl sehr wichtig, um das Gefahrenpotential zu minimieren. Wer einen ursprünglichen Herdenschutzhund erwirbt und ihn schon von Welpenalter an konsequent erzieht und sozialisiert, hat einen treu ergebenen, folgsamen und friedlichen Begleiter, der sich durchaus in einen Familienverband mit Kindern einfügen kann.