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Rhodesian Ridgeback

Rhodesian Ridgeback

Rhodesian Ridgebacks (RR) sind schlanke und zugleich muskulöse, kraftvolle Hunde, die laut Standard der Fédération Cynologique Internationale (FCI) als sogenannte „Verwandte Rasse“ der Gruppe 6 (Laufhunde und Schweißhunde) angehören. Die Vorfahren stammen aus Südafrika, wo „Ridges“ aufgrund ihres unerschrockenen Charakters und ihrer herausragenden Qualitäten als Jagd- und Wachhund eingesetzt wurden. Legendär ist ihre Verwendung während der Kolonialzeit bei der Großwild- und Löwenjagd. In Deutschland gilt der Rhodesian Ridgeback offiziell nicht als Jagdgebrauchshund, sondern als Familien- und Wachhund. International leistet er jedoch bei der Jagd häufig Fährten- und Schweißarbeit. Rhodesian Ridgebacks brauchen unbedingt eine sinnvolle Aufgabe wie Hundesport oder andere Aktivitäten, die sie fordern und fördern.

Geschichte der Rasse

Der Ursprung des Rhodesian Ridgebacks liegt in der ehemaligen niederländischen und britischen Kapkolonie, dem heutigen Südafrika. Dort hielten eingeborene Kapbewohner Hunde mit dem typischen Rückenkamm (Ridge), die der heutigen Rasse entfernt ähnelten. Insbesondere das nomadische Hirtenvolk der Khoikhoi nutzte sie als Wachhunde und zum Aufspüren von Wild. Erwähnt werden sie als Haustiere des Stammes bereits in Schriften des 15. Jahrhunderts als „Hottentotten-Ridgeback“.

Den niederländischen und britischen Kolonialherren imponierten die Ausdauer und der Mut dieser damals äußerlich eher unscheinbaren Haushunde, die sogar Löwen zu Stand hetzten. Die Europäer begannen, Rassen wie den englischen Bloodhound und den Sloughi einzukreuzen. Damit erreichten sie einen erheblichen Größenzuwachs und mehr Schnelligkeit, ohne dabei die bewährten Qualitäten zu mindern. Der Geistliche Charles Helm gilt als der erste Züchter der Rasse Rhodesian Ridgeback. Er brachte 1879 zwei aus Swellendamm stammende Löwenhunde nach Rhodesien, deren Nachkommen später zur Meute des bekannten Großwildjägers van Rooyen gehörten. Ein Zuchtverband existiert seit 1922, anerkannt wurde er von der Kennel Union of South Afrika dreieinhalb Jahre später. In Deutschland wird die Rasse seit den 70er Jahren gezüchtet.

Rassebeschreibung

Ein Rhodesian Ridgeback wiegt zwischen 32 kg und 37 kg und misst bis zur Schulter rund 66 cm (Rüde) oder rund 63 cm (Hündin) – mit einem Spielraum von 3 cm nach oben oder unten. Das kurze, hell- oder dunkel-weizenfarbige Fell schimmert mitunter rötlich. Charakteristisch ist der Aalstrich auf dem Rücken (Ridge). Dort wachsen die Haare auf einem schmalen Streifen entlang des Rückgrats entgegen der natürlichen Wuchsrichtung. Sein Körperbau ist harmonisch muskulös, ohne kompakt zu wirken. Wenn seine Schnauze und die eng anliegenden Ohren dunkel gefärbt sind, sollten die Augen ebenfalls dunkelbraun sein. Erlaubt ist auch eine hellere Nase (leberfarben), aber nur in Verbindung mit bernsteinfarbenen Augen. Einige Welpen werden mit fehlerhaftem Ridge geboren, bei manchen fehlt der Ridge komplett. Dies macht sie lediglich für die Zucht und Ausstellungen ungeeignet und mindert ihren Wert dementsprechend.

Wesen

Ein erwachsener Rhodesian Ridgeback ist gelassen und nervenstark – ein Jungtier jedoch fordert genau diese Eigenschaften von seinem Besitzer. Als spätreife Rasse benötigt der Halbwüchsige für seine seelische und körperliche Entwicklung bis zu 3 Jahre. In dieser Reifezeit müssen seine Halter die Entwicklung und den Jagdtrieb des oft ungestümen Junghundes konsequent steuern. Ein Ridgeback ist kein Anfängerhund! Es braucht Einfühlungsvermögen und ein gewisses Maß an Hundeerfahrung, um die guten Eigenschaften des feinfühligen und bewegungsfreudigen Hundes in die richtigen Bahnen zu lenken.

Lebenserwartung & Gesundheit

Als robuste Hunderasse zeigt ein Rhodesian Ridgeback relativ wenig Neigung zu ernsthaften Erbkrankheiten. Am häufigsten treten Fehlbildungen der Hüften (Hüftgelenksdysplasien) und dermoide Zysten im Zusammenhang mit dem typischen Ridge auf. Im Mittel werden Rhodesian Ridgebacks 11 Jahre alt, in Ausnahmefällen auch bis zu 15 Jahre.

Verwendung & Sport

Wenn sie nicht zur Jagd eingesetzt werden, sollten diese Hunde unbedingt sinnvoll beschäftigt und fit gehalten werden. Obedience, Agility oder Coursing sind daher empfehlenswert, weil Ridgebacks so ihre angeborenen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften wie Geschwindigkeit, Kraft, Intelligenz, Nervenstärke, Mut, Sensitivität und Anhänglichkeit beweisen können. Eine zu harte Hand mögen die sensiblen Ridgebacks ebenso wenig wie permanente Überforderung. Ein partnerschaftliches Miteinander belohnen sie durch hervorragende Leistungen auf vielen Gebieten.

Haltung

Rhodesian Ridgebacks brauchen den Familienanschluss. Sie möchten nicht fern des „Rudels“ im Zwinger gehalten werden, sondern sich als vollwertiges Teil der Familie fühlen. Als bewegungsfreudige Tiere sind sie kein idealer Stadthund und auch eine beengte Wohnung wird ihren Bedürfnissen nicht gerecht. Nicht ausgelastete Ridgebacks können Verhaltensauffälligkeiten entwickeln, die dazu führen, dass überforderte Halter sie abgeben. Wer sich für diese elegante, kluge Hunderasse interessiert, sollte nicht nur bereit sein, viel Zeit in eine gute Erziehung zu investieren, sondern sich ein Hundeleben lang ausgiebig mit seinem Vierbeiner zu beschäftigen.