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Prager Rattler

Prager Rattler

Als Nationalrasse Tschechiens blickt der Prager Rattler auf eine lange Geschichte als geschätztes Haustier und Repräsentationshund an böhmischen Königs- und Fürstenhöfen zurück. Bereits in schriftlichen Aufzeichnungen aus der Zeit Karl des Großen findet der Prager Rattler Erwähnung. Dennoch wurde er bis heute als eigenständige Rasse auf internationaler Ebene nicht anerkannt, da er sich im Aussehen vom Deutschen Zwergpinschers kaum unterscheidet. In der Tschechischen Republik unter dem Namen Prazsky Krysarik bekannt, zählt der Prager Rattler neben dem Chihuahua zu den kleinsten Hunderassen weltweit. Dieser Zwerghund vom Pinschertyp wurde zunächst als privilegiertes Haustier der Adeligen gezüchtet, bevor er von niederen Gesellschaftsschichten auch als Arbeitshund eingesetzt wurde. Durch seine kompakte Größe und Schnelligkeit sowie seinen ausgeprägten Spürsinn eignete er sich ideal als Ratten- und Mäusefänger, der Haus und Hof vor Schädlingen schützte. Als Gastgeschenke bei Staatbesuchen hielt der Prager Radler bald auch in anderen Ländern Europas Einzug, wo er sich zunehmender Beliebtheit erfreute. Im Laufe der Jahrhunderte geriet er jedoch allmählich in Vergessenheit und wäre beinahe ausgestorben, wenn der Hundeenthusiast Theodor Rotter in den Dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhundert nicht einige Tiere zusammengetragen und mit der gezielten Zucht begonnen hätte. Heute lebt ein überwiegender Großteil der Prager Rattler wieder in der Tschechischen Republik, außerhalb der Landesgrenzen ist diese Rasse nur sehr selten anzutreffen.

Erscheinungsbild

Der Prager Rattler sieht dem Deutschen Zwergpinscher fast zum Verwechseln ähnlich. Er erreicht eine maximale Widerristhöhe von 23 Zentimetern und bringt gerade einmal 2,6 Kilogramm auf die Waage. Er ist von kompaktem, beinahe quadratischem Körperbau und fällt durch einen äußerst eleganten und leichtfüßigen, fast tänzelnden Gang auf. Er besitzt im Gegensatz zum Chihuahua mit seinem apfelförmigen Kopf einen eher birnenförmigen Schädel. Seine verhältnismäßig großen und dreieckigen Ohren trägt der Prager Rattler stets aufrecht oder leicht nach innen umgeklappt. Die Rute ist kräftig und zur Spitze hin eng zulaufend. Sein dichtes und enganliegendes Fell erscheint in einem glänzenden Schokoladebraun oder Schwarz mit hellbrauen Abzeichen an Brust, Vorderläufen und Rute, an den Wangen und über den Augenbrauen.

Charakter und Pflege

Der Prager Rattler zeichnet sich durch ein ausgeglichenes, temperamentvolles und verspieltes Wesen aus, das ihn zu einem idealen Familienhund macht. Als sehr verschmuster und anhänglicher Begleiter liebt er es, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen und freut sich über ausgiebige Streicheleinheiten. Er ist folgsam, leicht zu erziehen und seinen Besitzern treu ergeben. Fremden gegenüber begegnet er zunächst distanziert und zurückhaltend. Da er dazu neigt, laut zu bellen, ist eine konsequente und liebvolle Erziehung von Welpenalter an erforderlich, damit er sozialisiert wird und nicht zum Kläffer wird.
Sonst stellt der Prager Rattler an die Haltung und Pflege keine besonderen Ansprüche. Sein kurzes Fell bleibt geschmeidig und weich, wenn es alle drei Tage ausgiebig gebürstet wird. Wegen seiner ausgesprochenen Kälteempfindlichkeit aufgrund des dünnen Haarkleides ist eine zusätzliche Kleidung im Winter von großer Wichtigkeit. Da er sehr bewegungsfreudig ist, benötigt er täglichen Auslauf und liebt auch sportliche Betätigung in Form von Agility und sogar Coursing. Mit Dogdancing sind ihm viele kleine Kunststücke und Tricks beizubringen. Kommandos lernt er durch seine Intelligenz und schnelle Auffassungsgabe problemlos. Wird er regelmäßig körperlich gefordert, eignet er sich wegen seiner kompakten Größe ideal für die Haltung in einer Stadtwohnung. Da er sich gerne in unmittelbarer Nähe zu seinen Bezugspersonen aufhält und darunter leidet, wenn er lange alleine gelassen wird, sollte er von alleinstehenden Personen, die in Vollzeitbeschäftigung arbeiten, nicht gehalten werden. Viele Prager Rattler leiden wie andere Zwerghunderassen unter der zuchtbedingten Erbkrankheit Patellaluxation, die sich meist im Laufe des ersten Lebensjahres durch die Verlagerung der Beinknochen im Kniebereich bemerkbar macht. Eine frühzeitige gezielte Behandlung kann möglichen Gelenkschäden wirksam vorbeugen. Bei artgerechter Pflege kann der Prager Rattler ein Lebensalter von bis zu 15 Jahren erreichen.