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Polski Owczarek Nizinny

Polski Owczarek Nizinny

Der Polski Owczarek Nizinny (PON, polnischer Niederungshütehund) ist als Hunderasse der Gruppe 1, Sektion 1 (Schäferhunde) durch die Fédération Cynologique Internationale seit dem Jahr 1963 anerkannt. Seit 1967 leben PON auch in Deutschland.

Erscheinungsbild

Die Widerristhöhe der gedrungenen und muskulösen PON beträgt mindestens 45 bis 50 Zentimeter (bei Hündinnen 42 bis 47 Zentimeter). Das Gewicht der Hunde liegt zwischen 14 und 16 Kilogramm. Bei einer die Widerristhöhe um 10 % übertreffenden Körperlänge besitzt die Hunderasse ein rechteckiges Format.
Unter dem langen und derben Haarkleid befindet sich dichte und weiche Unterwolle. Für die Zucht werden alle Färbungen und auch Flecken (mit Ausnahme von Merle-Farben) zugelassen. Die Haut eines PON liegt ohne Faltenbildung eng an.
Schädel und Fang weisen ungefähr die gleiche Länge auf, wobei die buschigen Haare auf Wangen, Stirn und Kinn den Kopf deutlich größer wirken lassen. PON besitzen einen kräftigen, stumpfen Fang, einen geraden Nasenrücken, einen ausgeprägten Stopp und ein Zangen- oder Scherengebiss.
Die mittelgroßen ovalen Augen, die von dunklen Lidrändern umgeben sind, haben eine haselnussbraune Farbe und zeigen einen durchdringenden und lebhaften Blick. Die Farbe des Nasenschwamms sollte so dunkel wie möglich sein, aber mit der Fellfarbe harmonieren. Die an der Basis breiten, hoch angesetzten Hängeohren sind mittelgroß und herzförmig.
PON verfügen über angeborene kurze Stummelruten, mittellange, in unterschiedlicher Höhe getragene Ruten oder lange, kräftig behaarte Ruten, die in Ruhe hängen und in fröhlicher Erregung über dem Rücken getragen werden. Das Kupieren vorhandener Ruten ist seit 1998 in Deutschland verboten.
Das Gangwerk zeigt sich raumgreifend und leichtfüßig. PON bevorzugen Schritttempo oder gleichmäßigen Trab. Bei langsamem Schritt ist zuweilen Passgang zu beobachten.

Wesen

Der stark auf die ihn umgebenden Menschen geprägte und leicht zu führende PON verhält sich gegenüber Fremden zurückhaltend, aber nicht bissig. So zeigt er einerseits als Familienhund seine Anhänglichkeit und Verspieltheit, meldet aber in seiner Funktion als Wachhund pflichtbewusst und zuverlässig fremde Besucher. Das Hüteverhalten des PON ist stark ausgeprägt, während Jagdverhalten, Wildern und Herumstreunen kaum festgestellt werden können. Aufgrund ihrer Intelligenz, geistigen Aufnahmebereitschaft und Wachsamkeit werden PON auch als Begleithunde sowie in Rettungshundestaffeln eingesetzt.

Haltung und Pflege

Ein Polski Owczarek Nizinny lässt sich aufgrund seiner Arbeitswilligkeit und seines vorzüglichen Gedächtnisses sowie dem Bemühen, seinem Herrn zu gefallen, leicht erziehen. Polski Owczarek Nizinny bedürfen als frühere Hütehunde allerdings klarer Regeln und einer konsequenten Früherziehung.
Der Polski Owczarek Nizinny benötigt viel Auslauf (einschließlich eines ausgedehnten Spaziergangs zumindest zwei Stunden täglich). Im Hinblick auf seine Wendigkeit ist der PON für die Hundesportarten Dogdancing, Obedience und Agility sowie Hütewettbewerbe sehr geeignet, die ihm zu innerer Ausgeglichenheit verhelfen. Viele PON sind auch vom Aufenthalt im Wasser ebenso begeistert wie für Ausbildungen als Rettungshund oder Fährtenhund.
Das zur Verfilzung neigende Fell muss wöchentlich ein- bis zweimal ausgiebig gekämmt werden, wobei die Rute lediglich gebürstet wird.
Da PON Allesfresser und gute Futterverwerter sind, muss auf wohldosierte Mahlzeiten geachtet werden, damit die Hunde ihre „schlanke Linie“ behalten.
Da für einen PON ein Leben inmitten seiner Familie von besonderer Wichtigkeit ist, kommt eine Zwingerhaltung nicht in Betracht.

Gesundheit

Der PON zeigt sich gegenüber rauen Witterungs- und Klimaverhältnissen widerstandsfähig. Allerdings leiden nach einer US-amerikanischen Untersuchung über 15 % der Hunde an der (zu etwa 20 bis 40 % erblich bedingten) Hüftgelenksdysplasie.
Ferner wird von in fortgeschrittenem Alter der Rasse möglicher progressiver Retinaatrophie berichtet, bei der der Hund infolge eines allmählichen Absterbens der Netzhaut stufenweise fortschreitend erblindet.
Außerdem sind PON von der Erbkrankheit Canine Ceroid-Lipofuszinose (CCL) betroffen. Die unheilbare und immer tödlich verlaufende CCL beruht auf einer Schädigung des Nervensystems und macht sich durch Verschlechterungen des Sehvermögens, zunehmende Koordinationsstörungen, Desorientierung und Aggressivität bemerkbar.
PON können ein Alter von 15 Jahren erreichen.