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Parson Russell Terrier

Parson Russell Terrier

Die Entwicklungsgeschichte vom Working Terrier über Jack Russel Terrier bis zum Parson Russell Terrier verlief langwierig. Obwohl der leidenschaftliche Jagdreiter und Richter auf Hundezuchtschauen, Pfarrer John (Jack) Russell aus Swymbridge, bereits in jungen Jahren mit seiner Zucht des ultimativen Jagd-Terriers begann, dauerte es über 175 Jahre (1990 erst vorläufig, im Juni 2001 endgültig) bis zur Anerkennung der Parson Russell Terrier unter der FCI-Nr. 339 in Gruppe 3, Sek. 1: hochläufige Terrier mit Arbeitsprüfung durch den Kennel Club und die FIC. Russell als Gründungsmitglied im englischen Kennel Club (1873) meldete seine Züchtungen dort nie an. Die Working Terrier Zucht die Pfarrer Russell (engl. Parson Russell) mit der in 1819 erstandenen weiß und tan farbigen, rauhaarigen Hündin Trump und speziell aus entfernten Landesteilen rekrutierten Terrier-Rüden, eine seinerzeit unübliche Maßnahme, betrieb war aufgrund der hervorragenden Jagdeigenschaften so populär, dass die Queen ein Bild von Trump erstand. Es hängt heute in der Sattelkammer von Schloss Sandringham. Ab 1975 durchgeführte Einkreuzungen mit Bullterriern und Beagles verfälschten den Urtyp vorrangig im Wesen, schädigten den Ruf der "Russell-Bande" aber nur kurzzeitig.

Optik

Die Widerristhöhe beträgt 34 cm bis 38 cm (Rüden) und 31 cm bis 35 cm (Hündinnen). Der Corpus bildet bei leichter Überlänge des Rumpfes zur Widerristhöhe ein harmonisches Rechteck. Der Brustumfang darf eine Zweihand-Breite für die Arbeit im Bau nicht überschreiten. Das Idealgewicht ist größenabhängig sechs bis neun Kilogramm. Die Läufe sind absolut gerade. Die Hinterhand gibt viel Schub. Die Hautschicht liegt locker auf.
Der keilförmige Kopf weist einen flachen, mäßig breiten Schädel, mandelförmige, braune Augen und eine schwarze Nase auf. Seine Kiefer sind sehr kräftig. Die v-förmigen Ohren verdecken den Gehörgang. Die hoch angesetzte Rute weist nach oben. Kupieren ist bei Parson Russell Terriern im Jagdeinsatz (eine bis zwei Handbreiten hoch) zum Schutz vor Festbeißen durch Fuchs, Dachs & Co. erlaubt.
Es gibt drei Fellvarianten, die aus einem Wurf stammen können: glatthaarig, rauhaarig und stockhaarig. Aus der dichten Unterwolle wächst hartes, gerades, eng anliegendes, Wasser abweisendes Deckhaar. Parson Russell Terrier sind komplett weiß oder weisen lohfarbige, dunkelbraune, schwarze oder dreifarbige Flecken auf. Das Fell wird nur gebürstet, die rau- und stockhaarigen Hunde hin und wieder getrimmt. Die Parson Russell Terrier haaren ganzjährig leicht.

Wesen

Sein Wesen entspricht dem, was er ist: ein Individualist als Arbeitshund in der Abteilung Jagd. Seine Wendigkeit, Schnelligkeit, Ausdauer, Intelligenz, das überdimensionierte Selbstbewusstsein sowie sein großes Kämpferherz befähigen ihn zu der gefährlichen Arbeit im Bau und in der Meute. Mit hohem Bellen vermeldet er fortlaufend die Spur von Schalentieren und stellt oder treibt sie mutig, auch die gefährlichen Wildschweine.
Als umgänglicher, anhänglicher Haus- und Familienhund braucht der Parson Russell Terrier klare Anweisungen und beständige Regeln. Auf zu wenig Auslastung reagiert das fröhliche, charmant-kecke, nicht nachtragende Energiebündel launisch bis zerstörerisch. Der hochintelligente Manipulierer und wachsame Beobachter nutzt jede Nachlässigkeit gnadenlos zur Neupositionierung der Rangordnung. Er ist absolut konsequent und "denkt" autoritär. Es gibt nur einen Rudelführer: entweder er oder "Herrchen/Frauchen". Schon den niedlichen Welpen gilt es in Konsequenz zu übertrumpfen, seinen Rangplatz zu halten (noch unter Kindern) durch Belohnung für richtiges Verhalten und bei nicht erwünschten Verhaltensweisen keine Belohnung zu geben. Eine Tracht Prügel oder ihn anbrüllen hilft nicht – der hat keine Angst vor großen Tieren.

Gesundheit

Die robusten Parson Russell Terrier bleiben bis ins hohe Alter von circa 16 bis 18 Jahren von Krankheiten weitgehend verschont. Prädispositionen für Ataxie, Myelopathie, Augenkrankheiten und Taubheit im Alter liegen vor, werden aber bei Hunden aus guter Zucht kaum durchschlagen.

Hundesport

Als Spross der viktorianischen Jagdszene ist er an Pferde gewöhnt. Dies macht ihn zum idealen Begleiter beim Ausritt im Freien. Hundesportarten wie Agility, Obedience, Man-Trailing sind ideal für das spielerische Training der Gehorsamkeit. Beim Trick-Dog zeigt er Starqualitäten, beim Apportieren seine legendäre Ausdauer.