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Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Der aus Kanada stammende Nova Scotia Duck Tolling Retriever („Toller“) wird von der Fédération Cynologique Internationale seit 1981 in Gruppe 8, Sektion 1 (Apportierhunde) als Hunderasse geführt.
Der Nationalhund von Neuschottland wurde zum Anlocken von Enten gezüchtet. Während des „Tollings“ apportiert der Hund vom Jäger an das Ufer eines Gewässers geworfene Stöckchen. Von der auffälligen Zeichnung des Hundes und seinen quirligen Bewegungen werden Enten angelockt, die – sobald in Reichweite - geschossen werden. Anschließend wird das Wild vom Toller apportiert. Außerhalb der Entenjagd wird der Nova Scotia Duck Tolling Retriever auch als Familienhund und Sporthund eingesetzt.

Erscheinungsbild

Rüden erreichen eine Widerristhöhe von 48 bis 51 Zentimetern, Hündinnen von 45 bis 48 Zentimetern. Das Gewicht beträgt bei Rüden zwischen 20 und 23 Kilogramm und bei Hündinnen zwischen 17 und 20 Kilogramm.
Der auch in eiskalten Gewässern eingesetzte Toller besitzt ein doppeltes, wasserabweisendes Fell aus mittellangen weichen Oberhaaren und besonders geschmeidiger dichter Unterwolle. Die Farbschläge des Haarkleides reichen von Orange bis Rot.
Der Kopf des Tollers ist ungefähr 23 Zentimeter lang und zeigt einen mäßig ausgeprägten Stopp. Die mandelförmigen Augen mittlerer Größe sind braun bis bernsteinfarben. Die Farbe des Nasenschwamms sollte schwarz sein oder mit der Fellfarbe harmonieren. Das Scherengebiss der Hunde schließt eng. Die mittelgroßen dreieckigen Ohren befinden sich hoch, nach hinten versetzt und in etwa 14 Zentimetern Abstand am Schädel.
Die lange und stark behaarte Rute reicht im Ruhezustand bis zum Sprunggelenk abwärts. Bei Aufmerksamkeit und Erregung wird sie gekrümmt und hoch getragen, ohne den Rücken zu berühren.
Bei schneller Schrittfolge tendiert der Toller zum Schnüren (einem pfotenengen Laufen auf einer Linie).
Als Zuchtfehler werden ein abrupter Stopp, eine rosa gefärbte Nase, Rückbiss, runde und zu große Augen und zu wenig dichtes und nicht ausreichend glattes Fell bewertet. Ausschließende Fehler sind fleckenförmig unpigmentierte Nasenschwämme, ein mehr als 3 Millimeter weiter Rückbiss, Vorbiss oder Kreuzbiss, mangelhaft ausgebildete Schwimmhäute, Weißfärbungen von Schultern, Ohren, Halsrückseite oder Rücken sowie von Orange oder Rot abweichende Fellfarben und bei ausgewachsenen Hunden scheues Verhalten.

Wesen

Die Fähigkeit zum Anlocken von Wild basiert auf dem Spieltrieb und der Apportierbereitschaft des Tollers.
Der gelehrige Toller ist sehr ausdauernd und schnell. Als begabter Schwimmer apportiert er verlässlich zu Lande und zu Wasser. Zuweilen zeigt der Toller aber auch (untypisch für Retriever) deutliches Hüteverhalten.
Die Hunde verfügen über einen besonders ausgeprägten Spieltrieb. Innerhalb seiner Familie, zu der er stets engen Kontakt sucht, beweist sich das ausgesprochen soziale Verhalten des Tollers. Fremden gegenüber verhält sich der dann Abstand haltende Toller reserviert und desinteressiert.

Haltung und Pflege

Voraussetzung für die Haltung eines Nova Scotia Duck Tolling Retrievers ist Familienanschluss und ausreichend viel Bewegung. Von Zwingerhaltung ist abzusehen. Länger als fünf Stunden sollten Toller nicht allein gelassen werden.
Der Toller möchte von unternehmungslustigen Menschen umgeben sein, die ihn artgerecht beschäftigen und hinreichend auslasten. Aufenthalte in größeren Gärten oder kurze Spaziergänge genügen ihm nicht.
Alle Hundesportarten wie Agility oder Flyball, die die Wendigkeit und den Bewegungsdrang des Tollers herausfordern, sind besonders geeignet, wenn auch das Apportieren seine liebste Beschäftigung bleibt.

Gesundheit

Wegen der sehr geringen genetischen Variabilität (die effektive Zuchtpopulation lag zeitweise bei nur 18) wird teilweise vor den Gesundheitsrisiken einer Reinzucht der Nova Scotia Duck Tolling Retriever gewarnt.
Für einige Autoimmunerkrankungen besteht beim Toller erbliche Veranlagung. Zu diesen Krankheiten gehört die Meningintis-Arteriitis, bei der das Rückenmark Entzündungen aufweist, der Lupus erythematodes, bei der Bindegewebe und Blutgefäße betroffen sind, die Nebenniereninsuffizienz (Addison Disease), die sich gut behandeln lässt, unbehandelt aber tödlich verläuft, sowie die Polyarthritis, bei der sich mehrere Gelenke entzünden.
Ferner wird auf eine Anfälligkeit für Bindehautentzündungen und Linsentrübungen (Katarakte) hingewiesen.
Die Lebenserwartung eines Tollers beträgt 12 bis 14 Jahre.