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Lapinporokoira

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Der Finnische Lapplandhirtenhund (Lappländischer Rentierhund) ist eine unter Gruppe 5, Sektion 3 (nordische Wach- und Hütehunde) der Fédération Cynologique Internationale verzeichnete Hunderasse, die seit vielen Jahrhunderten beim Hüten von Rentieren, Schafen und Rindern eingesetzt wird. Die Rasse, die vor allem in Südfinnland rein gezüchtet wird, entstand aus einer im Jahr 1915 erfolgten Kreuzung altnordischer Jagdhunde mit Schäferhunden, Collies und finnischen Lapphunden. Seit den 1950er Jahren werden Stammbücher geführt.

Erscheinungsbild

Die mittelgroßen und kräftigen, aber schlanken Finnischen Lapplandhirtenhunde weisen eine Widerristhöhe von 48 bis 54 Zentimetern (Hündinnen 43 bis 49 Zentimeter) und ein Gewicht zwischen 20 und 30 Kilogramm auf. Die Körperlänge ist um etwa 10 % größer als die Widerristhöhe.
Die Hunde besitzen ein eng anliegendes Fell aus mittellangem, dickem und steifem Deckhaar sowie feiner und dichter (schwarzer, gräulicher oder bräunlicher) Unterwolle, das auch gegen arktische Kälte gut isoliert. Das schwarz oder grauschwarz und zuweilen auch braun getönte Fell kann weiße oder lohfarbige Abzeichen tragen. Außen an den Schenkeln sowie an Brust und Hals ist das Fell überdurchschnittlich lang und dicht.
Am länglichen Kopf ist der Schädel etwas länger als der Fang, der schwach keilförmig zur Nasenspitze verläuft. Finnische Lapplandhirtenhunde verfügen über ein komplett ausgebildetes, scharfes Scherengebiss. Die ovalen, schwarzen und ausdrucksstarken Augen liegen etwas deutlicher als bei anderen Hunderassen auseinander. Gewöhnlich ist der Nasenschwamm schwarz, passt seine Farbe aber einer helleren Felltönung an. Der Stopp ist nicht allzu scharf ausgebildet. Die stehenden, spitz zulaufenden, mittellangen Ohren verfügen über einen breiten Ansatz. Sie sind recht weit auseinander gesetzt und nach vorne geneigt. Die Innenseite der Ohren zeigt sich kräftig behaart.
Die mittellange dicke Rute ist tief angesetzt, gut behaart und locker gebogen, wird aber nicht oberhalb der Rückenlinie getragen.
Finnische Lapplandhirtenhunde zeigen einen unermüdlichen, elastischen Trab. Bei etwas rascherer Fortbewegung nähern sich die Läufe der Mittellinie an („single track“).
Als Fehler werden besonders helle Augen bei schwarzem Haarkleid, hängende Spitzen an den Stehohren, Rück- oder Vorbiss, eine bogenförmig oder eingerollt über dem Rücken getragene Rute, flach anliegendes, gewelltes oder weiches Haar sowie das Fehlen von Unterwolle bewertet.

Wesen

Der energiegeladene und aktive Finnische Lapplandhirtenhund ist lernbegierig, gehorsam, treu und freundlich. Während der Arbeit neigt der einen großen Arbeitseifer zeigende, immer dienstbereite und außerordentlich ausdauernde Hund zum Bellen, weshalb er auch als Wachhund geeignet ist, welcher Fremde bellfreudig ankündigt und freundlich begrüßt.
Finnische Lapplandhirtenhunde sind angenehme Gefährten mit ruhigem Charakter. Hündinnen besitzen oft ein erkennbar sanfteres Gemüt als Rüden.
Aggressivität oder Ängstlichkeit stellen ausschließende Fehler dar.

Haltung und Pflege

Die kinderlieben Finnischen Lapplandhirtenhunde sind auch als Familienhunde geeignet, benötigen aber viel Auslauf (täglich mindestens 2 bis 3 Stunden) sowie Beschäftigung, für die die Hundehalter entsprechend viel Zeit einplanen müssen. Zwar können die Hunde zeitweise auch innerhalb einer Wohnung gehalten werden, doch fühlen sie sich (den extremen Wetterbedingungen in ihrer Heimat entsprechend auch bei besonderer Kälte und Sturm) im Freien deutlich wohler. Wegen ihres nur schwach ausgebildeten Jagdinstinktes sind Finnische Lapplandhirtenhunde auch ohne Leine ideale Begleiter. Ideale Betätigungsfelder sind z. B. auch die Hundesportarten Agility, Obedience oder Dogdance sowie Fährtenarbeit. Auch ein Einsatz als Begleithund und Schlittenhund ist möglich. Werden Finnische Lapplandhirtenhunde nicht ausreichend ausgelastet, so besteht die Gefahr einer Fehlleitung ihrer großen Energiereserven.
Das Fell des Hundes muss regelmäßig gebürstet werden. Eine etwas intensivere Fellpflege ist nur während des zweimal jährlichen Fellwechsels erforderlich.

Gesundheit

Beim Finnischen Lapplandhirtenhund können die teilweise erblich bedingten Krankheiten Hüftgelenksdysplasie (HD), Epilepsie sowie Schilddrüsenunterfunktion auftreten. Außerdem ist auf Augenkrankheiten wie die durch langsames Absterben der Netzhaut zu allmählicher Erblindung führende progressive Retinaatrophie oder sonstige Netzhautveränderungen (Retinadysplasie) und grauer Star (Katarakt) zu achten.
Die durchschnittliche Lebenserwartung Finnischer Lapplandhirtenhunde beträgt 11 bis 12 Jahre.