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Italienisches Windspiel

Italienisches Windspiel

Das Italienische Windspiel gehört zu den auch bei Rennen (seltener) eingesetzten Windhundrassen, die FCI klassifiziert es im Standard 200 der Sektion 3, Gruppe 10. Die Züchtung reicht mehrere Tausend Jahre zurück, vermutlich stammt die italienische Rasse vom Tesem-Windhund der Ägypter ab. Über Griechenland gelangte das erst später so bezeichnete Italienische Windspiel nach Rom, die Patrizierinnen erkoren es zu ihrem Lieblingshund. Im Verlaufe des 14. Jahrhunderts erfolgte die Verbreitung nach Mitteleuropa, an den Herrscherhäusern fanden sich Liebhaber wie der Preußenkönig Friedrich II., was sich etwa an einer Darstellung des Bildhauers Gottfried Schadow ("König mit Hunden") ablesen lässt.

Phänotypische Beschreibung des Italienischen Windspiels

Hündinnen und Rüden werden bei einer Widerristhöhe zwischen 32 bis 38 cm höchstens 5 kg schwer, ansonsten besitzt die Rasse in feinerer Form die Merkmale großer Windhunde. Hierzu gehören die Grazie und Eleganz sowie das seidige, weiche und kurze Fell in Schwarz, Gelb (isabella) und Grau mit vielen Nuancen. Der FCI-Standard erkennt das Italienische Windspiel nur einfarbig mit bestenfalls weißen Malen an Pfoten und Brust an, in Großbritannien und den USA sind bei Rennen auch zweifarbige Windspiele zugelassen. Die Gesamterscheinung wird durch lange Linien gekennzeichnet, der vornehme Rumpf hat ein quadratisches Format. Wichtige Proportionen sind daher die gleiche Rumpflänge wie Widerristhöhe und ein Oberkopf in halber Länge des gesamten Kopfes. Dieser kann bis 40 Prozent der Widerristhöhe erreichen. Der Schädel ist flach mit sehr geringem Stop und unterhalb der Augen gut gemeißelt, die Begrenzungslinien von Nasenrücken und Schädel fallen parallel aus. Über dem spitzen Fang trägt das Italienische Windspiel einen dunklen Nasenschwamm, die dünnen Lefzen mit ihren dunklen Rändern liegen gut am länglichen Kiefer an. Das Scherengebiss mit kronenförmigen, kräftigen Schneidezähnen steht senkrecht im Kiefer und fällt im Größenverhältnis zum Hund stark aus. Ein Italienisches Windspiel hat große, ausdrucksvolle Augen mit dunkler Iris und pigmentierten Lidrändern sowie hoch angesetzte, kleine Ohren mit dünnem Knorpel, die es in sich gefaltet nach rückwärts trägt. Wenn etwas die Aufmerksamkeit des Hundes erregt, richten sich die Ohren auf, der Ohrlappen steht dann dachartig zur Seite. Dies bezeichnen die Züchter als Propeller- oder Schmetterlingsohren.

Die obere Halslinie des Tieres verläuft leicht gebogen mit einer jähen Unterbrechung am Widerristansatz, der muskulöse Hals ist so lang wie der Kopf. Insgesamt zeichnet sich die Rasse durch ein geradliniges Profil mit gewölbten Lenden, guten Rückenmuskeln und betontem Widerrist aus. Die Brust ist tief und schmal, sie reicht herab zu den Ellenbogen, die dünne, tief angesetzte Rute verjüngt sich zu ihrer Spitze.

Charakter, Einsatz und Haltung des Italienischen Windspiels

Der fügsame, zurückhaltende und zärtliche Hund mit seiner hohen Intelligenz eignet sich hervorragend als Begleithund, er ist fröhlich und teilweise sehr temperamentvoll. In der Haltung sind Italienische Windspiele sehr anspruchsvoll, sie benötigen verhaltensgerechte Beschäftigung und viel Auslauf, weshalb sie sich für Hunderennen prinzipiell eignen. Allerdings werden sie hierbei eher selten eingesetzt, obwohl sie hinsichtlich ihrer Stärke und Beweglichkeit gute Voraussetzungen mitbringen. Sie laufen sehr harmonisch und elastisch, steppen nicht hoch und nehmen nach losschnellendem Abstoß unmittelbar einen schnellen Galopp auf. Ihre Gliedmaßen kommen dem sehr schnellen Lauf entgegen, die geraden, trocken bemuskelten Vorderläufe stehen senkrecht, der Oberarm verläuft parallel zur Körper-Medianebene und bildet einen sehr offenen Winkel zwischen dem Oberarmbein und dem Schulterblatt. Auch der Unterarm steht völlig senkrecht, der Knochenbau fällt höchst feingliedrig aus, Ober- und Unterschenkel sind so fein wie deutlich bemuskelt. Tiere mit so einem Körperbau sind zu sehr schnellem, ausdauerndem Sprint befähigt, was das Italienische Windspiel im Grund zum Rennhund prädestiniert.