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Islandhund

Islandhund

Der Islandhund (Íslenskur fjárhundur) stellt eine isländische Hunderasse dar, die von der Fédération Cynologique Internationale anerkannt ist (Gruppe 5, Sektion3). Von 874 und 930 n. Chr. gelangten die Vorfahren der heutigen Islandhunde mit den Wikingern nach Island, wo sie wichtige Aufgaben beim Zusammentreiben des Viehs übernahmen. Der Islandhund, der zu den nordischen Hüte-Spitzen gehört, ist die einzige aus Island stammende Hunderasse.

Erscheinungsbild

Der eine Widerristhöhe von bis zu 46 Zentimetern (Hündinnen 42 Zentimeter) und ein Gewicht von bis zu 18 Kilogramm (Hündinnen 10 bis 16 Kilogramm) erreichende, nicht ganz mittelgroße Islandhund wird in zwei Linien mit unterschiedlichen Felllängen gezüchtet. „Kurzhaarige“ Islandhunde verfügen über mittellange, raue Deckhaare und eine dichte, weiche Unterwolle. „Langhaarige“ Islandhunde besitzen längeres Deckhaar, wobei die Rute eine buschige Behaarung aufweist. Kürzere Haare befinden sich auf dem Kopf, am Gesicht, an den Ohren und an den Laufvorderseiten, während Brust, Hals und Laufrückseiten ein längeres Haarkleid besitzen. In beiden Zuchtlinien ist das Fell glatt, sehr dicht und wetterfest.

In der Zucht sind verschiedene Haarfarben zulässig. Allerdings sollte eine bestimmte Farbe dominieren. Möglich sind Lohfarbe (ein helleres Rotbraun, eventuell auch ein mahagoni- oder goldfarbener Ton), Cremefarbe, Schwarz, Grau oder Schokoladenbraun. Eine Mehrzahl von Farben ist bei Islandhunden erwünscht, um die bedrohte genetische Vielfalt zu fördern. Die jeweils dominante Farbe wird stets durch unregelmäßige weiße Abzeichen ergänzt, die sich als Blesse, als Kragen, im Gesicht, auf der Brust sowie an den Fesseln oder der Rutenspitze zeigen können. Weiß sollte jedoch nicht die vorherrschende Farbe darstellen. Hellere Farbschattierungen befinden sich oft zwischen Kehle und Rutenspitze an der Unterseite des Islandhundes.

In der Seitenansicht zeigt der Islandhund ein aus größerer Körperlänge und etwas niedriger Widerristhöhe gebildetes Rechteck. Die sowohl von oben wie von der Seite gesehen dreieckigen, mittelgroßen und sehr beweglichen Stehohren haben steife Kanten und sind an den Spitzen leicht abgerundet.

Die mittelgroßen und mandelförmigen Augen sind dunkel- oder schokoladenbraun.

Islandhunde besitzen schokoladenbraune bis dunkelbraune oder schwarze, in einigen Fällen aber auch cremefarbene Nasenschwämme, die sich zur Spitze hin als stumpfes Dreieck gleichmäßig verjüngen.

Die hoch angesetzte Rute berührt in Ringelform den Rücken.

Als Besonderheit weist der Islandhund doppelte Wolfskrallen an seinen Hinterläufen auf, die beim Klettern und Balancieren helfen. Als Zuchtfehler gelten schwarze Mäntel bei lohfarbenen Hunden, fehlende Wolfskrallen, rundliche, vorstehende oder gelbe Augen.

Wesen

Das Wesen des umgänglichen und verträglichen, aber auch robusten Islandhundes ist sanft, fröhlich und intelligent. Die Hunde zeigen große Wendigkeit und Ausdauer. Während der Zuchtgeschichte der Islandhunde wurden die ursprünglich vorhandenen aggressiven Eigenschaften entfernt, da die Hütehunde nicht vor bedrohlichen Wildtieren schützen mussten und als Spielgefährten für Kinder dienten.

Die treuen und wachsamen Islandhunde sind für ihre Bellfreudigkeit bekannt, während ihr Jagdverhalten nur schwach ausgebildet ist. Mit großer Neugierde und Begeisterung, aber ohne Aggressivität oder Ängstlichkeit werden Fremde empfangen. Trotz der allen Hütehunden gemeinsamen Eigensinnigkeit fügt sich ein Islandhund gut in eine Familie ein. Für seine vollständige körperliche Entwicklung benötigt ein Islandhund ungefähr zwei Jahre.

Haltung und Pflege

Zur ansonsten unkomplizierten Haltung eines Islandhundes wird viel Platz benötigt. Über die Erziehungsphase hinaus erwarten die Hunde ein hohes Maß an Zuwendung und Aufmerksamkeit. Die Erziehung sollte konsequent, aber ohne übermäßige Härte erfolgen. Wie andere Hütehunde auch muss der verspielte und temperamentvolle Islandhund geistig und körperlich ausgelastet werden, damit er sich wohlfühlt und Ausgeglichenheit erreicht. Der Halter eines Islandhundes sollte daher ebenfalls Freude an körperlicher Bewegung haben.

Bei der Haltung im Freien ist eine besondere Fellpflege nicht erforderlich.

Die teilweise genetisch bedingte Krankheit Hüftdysplasie kommt beim Islandhund eher selten vor. Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates fallen beim Islandhund allerdings häufig spät auf, da die Tiere erst nach Auftreten starker Schmerzen eine Beeinträchtigung andeuten.