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Hannoverscher Schweißhund

Hannoverscher Schweißhund

Der Hannoversche Schweißhund stammt von den alten europäischen Bracken ab und wurde ursprünglich – wie sein Name bereits verrät – im einstigen Königreich Hannover gezüchtet. Er unterliegt auch in unseren Tagen noch gestrengen Leistungskriterien und gehört als Experte für das Nachsuchen von Schalenwild ausschließlich in die Hände erfahrener Jäger.

Der Hannoversche Schweißhund ist ein mittelgroßer Rassehund, der vom größten kynologischen Dachverband, dem Fédération Cynologique Internationale (kurz FCI) anerkannt ist, die Standard Nummer 213 trägt und der Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde) sowie der Sektion 2 (Schweißhunde) zugeteilt wurde. Seinen Ursprung hat er in Deutschland, im ehemaligen Königreich Hannover.

Eigentlich reicht der Ursprung des Hannoverschen Schweißhundes sogar über 2.000 Jahre zurück, denn bereits unsere Vorfahren – die Germanen – hielten sich Hunde, denen sie die Bezeichnung „Segusier“-Hunde gaben. Segusier-Hunde waren Leithunde. Diese kreuzte man später mit den Bracken. So kam es beispielsweise am Jägerhof zu Hannover in der Zeit zwischen 1815 und 1820 zu Kreuzungsversuchen zwischen Leithunden und Schweißhunden mit dem Ziel, deren beider Fähigkeiten zu vereinen und somit einen idealen Hund zur Jagd auf Schalenwild zu züchten. Es entstanden zunächst verschiedene Schweißhundtypen, jedoch dauerte es bis etwa 1900, bis sich die heute existierenden Rassemerkmale durchsetzen konnten und der Hannoversche Schweißhund in der existierenden Form geboren wurde. Immer noch hat diese Hunderasse strenge Leistungsrichtlinien zu erfüllen.

Hannoversche Schweißhund Rüden haben bei einem Optimalgewicht von 30 bis 40 kg eine Widerristhöhe von 50 bis maximal 55 cm, während die Hündinnen 48 bis 53 cm hoch sind und zwischen 25 und 35 kg wiegen sollten. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 9 bis maximal 15 Jahren.

Der Hannoversche Schweißhund hat ein glattes, recht dichtes Fell in den Farben Hell- bis Dunkelhirschrot, Braun oder Schwarz. Auch mehrfarbiges Haarkleid, das heißt, kleinere weiße Flecken im Brustbereich, ist zugelassen. Zudem findet man Hunde mit oder ohne Maske. Die Ohren hängen herab, der Fang ist kräftig, tief und breit. Der Hannoversche Schweißhund besitzt ferner eine leicht faltige Stirn sowie klare dunkle Augen. Alles in allem kann man seinen Gesichtsausdruck eher als „ernst“ bezeichnen. Zur Pflege des Fells bedarf es des regelmäßigen Bürstens. Auch sollten – besonders nach der Jagd – die Ohren sowie das Fell nach Verschmutzungen, Verletzungen und eventuellen Parasiten untersucht werden.

Jagdhunde dieser Rasse haben aufgrund ihrer Bestimmung kräftige, muskulöse Vorder- und Hinterläufe, was eine erhöhte Ausdauer zur Folge hat. Dank der breiten und sehr tiefen Brust ermöglicht auch das Lungenvolumen sich der Anstrengung bei der Jagd anzupassen.

Hannoversche Schweißhunde sind sehr ruhige, ausgeglichene Tiere mit jedoch einem recht eigenwilligen Charakter. Bei der Jagd sind sie stets ernsthafte Arbeiter und zeichnen sich durch große Ausdauer sowie Konzentration aus. Die Rasse ist sehr sensibel. Seinem Besitzer gegenüber sind Hannoversche Schweißhunde treu, gehorsam und einfühlsam. Fremden gegenüber verhalten sie sich sehr wählerisch bis zurückweisend. Bei der Erziehung bedarf es eines erfahrenen Lehrers – im Idealfall eines Jägers -, der den Hund mit großer Konsequenz führt. Ferner benötigt der Hund unbedingt genügend Auslauf sowie ein ihn forderndes Betätigungsfeld.

Das Wort „Schweiß“ hat in der Jägersprache die Bedeutung „Blut“, und somit sind Schweißhunde – also auch der Hannoversche – mit einer besonders feinen Nase ausgebildet, die ihm über eine sehr große Entfernung hin erlaubt, die so genannten Schweißspuren, also die Blutspuren, zu verfolgen. Dabei werden sie in erster Linie bei der Jagd auf Wildschweine und Hirsche eingesetzt.

Während der Hannoversche Schweißhund der ideale Hund für die Jagd ist, eignet er sich aufgrund seines Charakters nicht als Familienhund. Man sollte nie vergessen: Diese Hunde wurden für die Schweißarbeit gezüchtet und erledigen diese hervorragend. Manche Hunde dieser Rasse werden ebenso erfolgreich als Rettungshunde eingesetzt.