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Großer Münsterländer

Großer Münsterländer

Der Große Münsterländer ist eine deutsche Hunderasse mit einer offiziellen Anerkennung des FCI (Fédération Cynologique Internationale). Es handelt sich um eine Jagdhund, der zur Gruppe der Vorsteherhunde gezählt wird, welche bei der Jagd dem Jäger anzeigen, dass sie Wild gefunden haben.

Die Rasse besitzt einen kräftigen, muskulösen Körperbau bei einem Gewicht von bis zu 40 kg sowie einer Widerristhöhe bis zu 65 cm. Das lange und dichte Haarkleid der Tiere ist weiß mit schwarzen Platten und Tupfen, oder auch schwarz geschimmelt. Der Kopf ist schwarz und kann eine weiße Blesse aufweisen, die Ohren sind breit und anliegend, mit einer abgerundeten Spitze. Sie setzen relativ hoch am Kopf an. Es kommen auch Tiere mit einem seltenen, braun-weißen Haar vor, diese sind jedoch nicht zur Zucht der Rasse zugelassen. Generell wurde die Rasse immer für die Jagd und nicht für Ausstellungen gezüchtet, so dass die Färbung des Fells eine große Variabilität zwischen überwiegend schwarz und überwiegend weiß zeigt.
Das dichte Fell schützt den Großen Münsterländer allgemein effektiv vor Kälte, Feuchtigkeit und anderen äußeren Einflüssen, so dass er als relativ unempfindlich gilt. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Tiere liegt bei ungefähr 12 bis 13 Jahren.

Die Geschichte des Großen Münsterländers geht bis ins Mittelalter zurück zu den so genannten "Vogel-" oder "Habichtshunden", die als Vorstehhunde bei der Jagd auf gefiedertes Wild genutzt wurden. 1878 wurden die offiziellen Kennzeichen für den Deutschen Langhaarigen Vorstehhund festgelegt, von dem der Große Münsterländer eigentlich ursprünglich eine schwarz-weiße Farbvariante darstellte. Als Kennzeichen wurde aber nur die braun-weiße Färbung beim Deutsch Langhaar zugelassen. Dabei wurde nicht berücksichtigt, dass bei den ursprünglichen Vogelhunden auch immer schwarz-weiße Tiere zu finden waren. Dennoch wurden die schwarz-weiß gefärbten Hunde 1908 aus der Zucht der Rasse Deutsch-Langhaar ausgeschlossen.
Besonders um die Stadt Münster herum sowie im Süden Niedersachsens wurden die schwarz-weißen Vogelhunde Tiere jedoch vor allem bei der Jagd sehr gerne eingesetzt, so dass es schließlich ab 1919 zur offiziellen Zucht einer eigenen Rasse mit dem Namen "Großer Münsterländer Vorstehhund" kam. Insgesamt gelten 83 Hunde als Begründer der Rasse, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sowohl als Jagdhund wie auch als Schäferhund Verwendung fand.

Der Große Münsterländer ist generell ein konzentriert arbeitender Jagdhund, der ausdauernd verwundetes Wild verfolgt und dabei überwiegend mit der Nase am Boden sucht. Er lässt sich bei der Jagd vielfältig in Feld und Wald aber auch im Wasser einsetzen und zeigt eine enge Zusammenarbeit mit seinem Jagdführer.
Er gilt bezüglich seines Charakters als treu, liebenswürdig, gelehrig, ausgeglichen und kinderfreundlich.
Gleichzeitig ist die Rasse aber auch lebhaft und besitzt einen starken Jagdinstinkt, so dass eine Haltung als Jagdhund generell angeraten wird. Zudem sollten keine kleineren Tiere als Haustiere gehalten werden und eine gute Ausbildung des Hundes stattfinden. Kommt es bei der Haltung des Großen Münsterländers dagegen nicht zu einer regelmäßigen jagdlichen Beschäftigung, benötigen die Tiere mehrere Stunden Bewegung am Tag und müssen auch geistig beschäftigt werden. Geschieht dies nicht, kann es zu destruktivem Verhalten kommen und die Hunde fühlen sich nicht wohl, was sie auch deutlich ausdrücken.
Wird der Große Münsterländer dagegen stets ausreichend beschäftigt, ist er ein ruhiger und ausgeglichener Hund, der sich gut in eine Familie einfügt.

Generell sind bei der Rasse des Großen Münsterländers keine speziellen Krankheiten bekannt.Erkrankungen wie Hüftgelenks- und Ellenbogengelenksdysplasie sowie Epilepsie werden zwar gelegentlich beschrieben, können aber jeden Hund betreffen.