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Grand Bleu de Gascogne

Grand Bleu de Gascogne

Der Grand Bleu de Gascogne ist eine alte französische Jagdhunde-Rasse, die bereits im 14. Jahrhundert existierte. Die ersten Hinweise auf diese Rasse stammen aus der Grafschaft Foix und Lautrec in den Pyrenäen. Die Hunde des Grafen begleiteten ihn auf Jagdausflügen. Dabei traf er auch auf Braunbären und Wölfe. Auch König Heinrich IV. war im 16. Jahrhundert stolz auf seine riesige Meute von Jagdhunden, die alleine aus dieser Rasse bestand.
Der Grand Bleu de Gascogne erreicht eine Schulterhöhe von 70 Zentimetern und hat ein Durchschnittsgewicht von 35 Kilogramm. Hündinnen sind etwas leichter und kleiner als Rüden. Sie haben kräftige und geschlossene Pfoten und sind dreifarbig: Schwarz und Braun auf weißem Grund. Die gesprenkelten schwarzen Flecken können dabei so groß sein, dass der weiße Grund fast verdrängt wird. Die Schnauze und die Beine sind braun.
Die Rasse ist bis heute in Südfrankreich und vor allem in der Gascogne weit verbreitet. Forschungen haben gezeigt, dass der Grand Bleu de Gascogne die älteste Hunderasse Frankreichs ist.

Ein mutiger Hund

Er hat ein mutiges Wesen, das er von seinen Urahnen in den Pyrenäen geerbt hat, und er besitzt eine ausgezeichnete Spürnase. Da der große Mut bei Jagdhunden heute kaum noch erwünscht wird, wurde in der Neuzeit bei der Zucht vor allem der starke Geruchssinn des Hundes gefördert. Er ist aber trotzdem noch ein überdurchschnittlich ausdauernder Hund, der lange Strecken laufen kann. Er eignet sich hervorragend zur Spurensuche und begleitet Jäger erfolgreich bei der Suche nach Wildschweinen und Damwild. Er kann dabei jede Spur aufnehmen. Allerdings ist er kein Vorsteherhund, der Wild deutlich anzeigt. Mensch und Tier werden hier nur erfolgreich zusammenarbeiten, wenn der Jäger seinen Hund sehr gut kennt.

Ein Rudel bitte!

Der Grand Bleu de Gascogne ist ein Rudel- und Meutehund und fühlt sich deshalb als Einzelhund nicht wohl. Vertreter dieser Rasse sind am glücklichsten, wenn sie in einer Gruppe von drei bis fünf Hunden leben können. Sie entwickeln auch keine so intensive Bindung an ihren Menschen, wie man es von anderen Rassen kennt. Obwohl der Bleu de Gascogne ein reiner Jagdhund ist, betätigt er sich auch als Wachhund. In Südfrankreich ist die Rasse bekannt dafür, bei jeder Annäherung von Menschen anzuschlagen. Er wird deshalb dort gerne in Gärten und Höfen gehalten und lebt nur selten in den Wohnräumen seiner Menschen.

Die Nase zur Fährtensuche

Die Rasse wurde ursprünglich dazu gezüchtet, selbstständig und in der Meute zu jagen. Diese Hunde können deshalb heute noch Wild kilometerweit verfolgen und sind dann leider kaum noch für die Rufe ihres Menschen zugänglich. Sie gelten außerdem als menschenscheu und sind von erzieherischen Maßnahmen kaum zu beeindrucken. Die Rasse wird deshalb nur Hundebesitzern empfohlen, die wirklich die Gefahren eines selbstständig agierenden Jagdhundes erkennen und bereit sind, intensiv mit dem Hund zu arbeiten.

Die Rasse ist für viele Übungen, die von anderen Hunden verlangt werden, nicht geeignet. Selbst nach langem Training werden nur wenige Vertreter der Grand Bleu de Gascogne lernen, wie man „bei Fuß“ geht. Er wird auch nur selten auf Grundbefehle wie „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“ hören. Auch das Apportieren wird er nur in Einzelfällen lernen. Für die herkömmliche Jagdhunde-Ausbildung ist er deshalb kaum geeignet. Er kann dagegen bei der Fährtensuche und in einem Team mit Jägern und anderen Jagdhunden große Erfolge erzielen. Dazu muss jedoch die Arbeit schon im Welpenalter beginnen, da sonst die angeborenen Eigenschaften überhandnehmen und der Hund dann für erzieherische Maßnahmen kaum noch empfänglich ist. Wer mit einem Grand Bleu de Gascogne Fährensuche als Sport betreiben will, muss deshalb von Anfang an ihm arbeiten, ihm Geduld und Leinenführigkeit beibringen.