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Eurasier

Eurasier

Der Eurasier ist eine sehr junge Rasse. 1960 kreuzte Julius Wipfel aus Weinheim (Deutschland) zusammen mit Charlotte Baldamus und anderen Urtyp-Liebhabern Wolfsspitze (Hündinnen) mit Chow-Chows (Rüden). Seine Inspiration war die Chow-Schäferhund-Zufallskreuzung von Konrad Lorenz. Die Zielsetzung lautete: Polarhund-Typus mit familientauglichen Eigenschaften. Es entstand der Wolf-Chow, den jedoch erst die Einkreuzung „lächelnder“ Samojeden (1972) zu dem bekanntermaßen ausgeglichenen, eleganten Familien- und Begleithund Eurasier machte. Zu diesem Zeitpunkt trennten sich die Wege von Wipfel und Baldamus. Das Augenmerk seiner Züchtung lag, neben den vorteilhaften Wesensmerkmalen und einer hohen Reizschwelle, auf einer robusten Gesundheit. Ein einheitliches Erscheinungsbild blieb zweitrangig. Daraus resultiert die Vielfalt an Farbschlägen im Haarkleid des Eurasiers. 1973 erfolgte die Anerkennung der Neurasse Eurasier durch den FCI in der Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 5: Asiatische Spitze und verwandte Rassen, Standard Nr. 291 und die Aufnahme im VDH.

Optik

Der Eurasier ist mittelgroß (Widerrist: Rüde 52–60 cm, Hündin 48–56 cm), harmonisch aufgebaut bei minimaler Überlänge des Rumpfes zur Widerristhöhe. Das Gewicht liegt beim Rüden zwischen 23–32 kg, bei Hündinnen zwischen 18–26 kg. Den nicht zu breiten, keilförmigen Schädel zieren weit auseinanderliegende Stehohren. Die mittelgroßen Augen sind stets dunkel mit straffanliegenden, schwarzen Lidrändern. Lefzen und Nase sind ebenfalls schwarz. Eine Besonderheit weist gleichzeitig auf die Abstimmung vom Chow-Chow (blaue Zunge) und Wolfspitz/Samojede (jeweils rosa Zungen) hin. Die Zungen der Eurasier sind häufig gescheckt, können aber auch zartrosa sein oder in purem Blau. Die Rute wird gebogen oder gerollt auf dem Rücken aufliegend oder leicht seitlich getragen. Der Eurasier geht raumgreifend mit deutlichem Schub und gutem Vortritt.

Sein Fell weist dichte Unterwolle und mittellanges Grannen-Deckhaar auf. An der Rute sowie den Hinterseiten der Läufe und am Hals (ohne Mähnenbildung) ist das Haar lang, während die Vorderseiten der Läufe, sein Gesicht einschließlich Fang und die Ohren mit kurzem Haar bedeckt sind. Trotz des üppigen Haarkleids ist die Pflege unkompliziert (Bürsten gegen Verfilzung reicht) da es von Natur aus über Schmutz abweisende Eigenschaften verfügt. Der übliche Hundegeruch fehlt. An Farbschlägen sind vorrangig: Typisches Wolfsgrau, falb- und lohfarben (tan) von hellem Rotbraun bis zum kräftigen Rotton, sowie Schwarz mit und ohne Abzeichen. Ein Eurasier wird niemals komplett weiß oder weißgrundig gescheckt sein.

Wesen

Der Eurasier ist ein geradezu abgeklärter, in sich ruhender, intelligenter, sensibler Wächter über Haus und Familie. Er tut dies ohne übermäßiges Kläffen, schlägt nur kurz an. Sein Jagdtrieb ist hingegen wenig ausgeprägt bis nicht vorhanden. Fremden begegnet er zurückhaltend aber nicht aggressiv. Sein Verhalten gegenüber Artgenossen im Freien und anderen Tieren im Haushalt ist absolut sozial.

Erziehung

Zur Beibehaltung und Förderung seiner guten Anlagen ist eine konsequente, von Geduld und Verständnis geprägte Erziehung Erfolg versprechend. Rigorose Dressurmethoden prallen am Eurasier ab, verderben sogar sein vorhandenes Potenzial. Daher ist der Eurasier eher ein Potentat für die Begleithunde- statt für die Schutzhunde-Ausbildung. Bei allem ist die Einbindung in die alltäglichen Lebensabläufe seiner Familie oder seiner Bezugsperson immens wichtig. Ein im Zwinger gehaltener Eurasier würde apathisch jeglichen Erziehungsversuch ignorieren und auch völlig verkümmern.

Gesundheit

Gesundheitlich ist der robuste und vitale Eurasier gut aufgestellt. Krankheitsbedingte Tierarztbesuche sind in seinen durchschnittlich 12 bis 15 Lebensjahren eher selten vonnöten. Vereinzelt wurden Schilddrüsenunterfunktionen festgestellt und bei zu frühen sportlichen Belastungen (unter einem Jahr) können Skelettschäden auftreten.

Hundesport

Von seiner Bezugsperson, nicht von Fremden, lässt sich der Eurasier gern zu Agility, sogar Turnierhundesport und Wagenrennen motivieren. Voraussetzung ist eine abwechslungsreiche Gestaltung. Mehrmalige, gleichartige Übungen hintereinander absolvieren, das langweilt ihn schnell. Einfache Wurfspiele sind ebenfalls unter seinem Niveau. Einige Eurasier haben auch schon Pokale gewonnen, doch sollte das Siegertreppchen mit dieser Hunderasse nicht Priorität haben, sondern die Fitness.