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Englischer Pointer

Englischer Pointer

Der Englische Pointer stammt, wie sein Name schon verrät, aus Großbritannien, wo er ausschließlich zu Jagdzwecken gezüchtet wurde. Seine Vorfahren waren spanische Vorstehhunde und stammten vermutlich von der Iberischen Halbinsel. Sie gelangten zu Beginn des 18. Jahrhunderts mit britischen Soldaten nach England. Manche Kynologen vertreten auch die Meinung, dass der Englische Pointer von den in Frankreich zu dieser Zeit gezüchteten Vorstehhunden abstammen könnte, diese Theorie ist jedoch bis heute nicht wissenschaftlich beweisen. In Großbritannien waren die ersten Züchter und Halter jedenfalls davon überzeugt, dass es sich beim Pointer um einen spanischen Hund handelt, was auch erklärt, warum er im 18. und 19. Jahrhundert auch „Perro de Punta“ genannt wurde und oft auf Namen wie Pedro, Sancho oder Don hörte.
Nach seiner Einbürgerung in England wurden die Jagdtalente dieser spanischen Rasse durch intensive Zuchtbestrebungen ständig verbessert. Durch Einkreuzung von Bloodhound, Greyhound und Foxhound entwickelte sich der Englische Pointer zu einem ausgesprochen talentierten Vorstehhund mit exzellentem Geruchssinn und hoher Geschwindigkeit. Er wird bis heute vorrangig in der Jagd auf Federwild wie Fasane oder Rebhühner eingesetzt, die er im offenen Gelände wittert. Hat er einen Wildvogel im Dickicht aufgespürt, verharrt er so lange regungslos und mit gehobenem Vorderlauf, bis der Jäger nahe genug ist, um einen gezielten Schuss abzugeben. Erst dann jagt er das Federwild aus seinem Versteck. Aus der typischen Pose mit erhobenem und abgewinkelten Vorderlauf entstand auch sein Name, der sich vom englischen Verb „point“ für „zeigen“ ableitet. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird der Englische Pointer in seiner Heimat nicht nur in der Federwildjagd eingesetzt, sondern zeigt seine Jagdtalente auch im Zuge von sportlichen Wettkämpfen, den sogenannten Field Trials. Diese beliebten Veranstaltungen machten ihn zu Beginn des 19. Jahrhunderts allmählich auch international bekannt und als Jagdhund populär.

Aussehen

Obwohl sich die Zucht des Englischen Pointers nicht auf das Aussehen, sondern auf die Jagdfähigkeiten konzentrierte, ist dieser mittelgroße Jagdhund von aristokratischer Schönheit und muskulösem, aber dennoch elegantem Körperbau. Die klaren Linien seiner Statur hat der Englische Pointer vor allem seinem Windhund-Erbe zu verdanken. Er besitzt kräftige und sehnige Gliedmaßen, gut gepolsterte Pfoten und große Hängeohren. Bei einer Widerristhöhe von maximal 69 Zentimetern erreicht er ein Körpergewicht von bis zu 30 Kilogramm. Sein kurzes, rauhes und anliegendes Fell kann einfarbig bis tricolor erscheinen. Alle Farbkombinationen von Weiß mit Braun, Orange oder Schwarz sind zulässig.

Charaktereigenschaften

Der Englische Pointer zeichnet sich neben seinem ausgeprägten Talent als Vorstehhund auch durch ein liebevolles und menschenfreundliches Wesen aus. Aggressionen Menschen oder Artgenossen gegenüber entwickelt der englische Pointer nie. Er ist intelligent, denkt selbstständig und ist auf bestimmte Aufgaben hochspezialisiert. Als Vollblutjagdhund ist er nervenstark und ausdauernd, aber auch hochsensibel. Durch die Einkreuzung von Windhunden ist der Englische Pointer sehr bewegungsfreudig und gilt als schnelles und wendiges Kraftpaket.

Haltung und Pflege

Der Englische Pointer benötigt wegen seines ausgeprägten Jagdtriebes unbedingt regelmäßige körperliche und geistige Beschäftigung, die seinem Arbeitswillen gerecht wird. Trotz seines menschenfreundlichen und sanften Wesens ist er als Familienhund nur wenig geeignet, sondern sollte von Hobby- oder Berufsjägern gehalten werden. Sein Schutz- und Wachinstinkt sind nur wenig ausgeprägt. Er ist ein reiner Gebrauchshund, der zu Höchstleistungen angespornt werden will und in einem Besitzer, der die nötige Erfahrung mit solchen Hunden mitbringt, einen idealen Partner findet, dem er treu ergeben und absolut gehorsam ist. Nur durch die Jagd kann der grundsätzlich sehr ausgeglichene Charakter dieser temperamentvollen Rasse erhalten werden. Da er hochspezialisiert ist, können seine Jagdtriebe kaum durch Ersatzbeschäftigungen befriedigt werden. Da er einen starken Bewegungsdrang besitzt, wird er in Skandinavien jedoch seit einigen Jahrzehnten auch erfolgreich als Schlittenhund eingesetzt.
Der Englische Pointer gilt als sehr pflegeleichte und gesunde Rasse, da keine zuchtbedingten Erbkrankheiten bekannt sind. Er besitzt zudem eine für größere Hunde vergleichsweise hohe Lebenserwartung von durchschnittlich vierzehn Jahren.