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Deutsch Stichelhaar

Deutsch Stichelhaar

Der Deutsch Stichelhaar, die korrekte Rassebezeichnung lautet „Deutscher Stichelhaariger Vorstehhund“, ist eine der ältesten deutschen Hunderassen und, im Bereich der rauhaarigen Hunde, sogar die älteste bekannte Rasse. Auch heute noch wird der Stichelhaar fast ausschließlich als Jagdhund geführt, was auch seinem Naturell am besten entspricht.

Geschichte

Stichelhaarige (früher "straufhaarig" genannte) Hühnerhunde sind bereits auf Holzschnitten aus dem 16. Jahrhundert zu sehen. Daraus hat sich das heutige „Stichelhaar“, wie der Deutsche Stichelhaarige Vorstehhund kurz genannt wird, entwickelt. Er ist wahrscheinlich die älteste deutsche rauhaarige Vorstehhundrasse und war maßgeblich an der Entstehung des Deutsch Drahthaars beteiligt, von dem er auch heute noch nur schwer zu unterscheiden ist. 1888 konnte nachgewiesen werden, dass es sich beim Stichelhaar um eine rauhaarige Form des ebenfalls deutschen Hühnerhundes handelt. Die Gründung des ersten Rasseclubs erfolgte vier Jahre später. Von vornherein wurde großer Wert auf eine reine Züchtung gelegt, wobei Einkreuzungen von ausländischen Rassen abgelehnt wurden. Ursprünglich war die Rasse in Mähren und Böhmen, Österreich, Hessen und Brandenburg vor allem in den Waldgebieten verbreitet. Das Hauptzuchtgebiet beschränkte sich nach dem Zweiten Weltkrieg sowie der Teilung Deutschlands nun nur noch auf Ostfriesland. Bis heute ist der Stichelhaar in Süddeutschland kaum anzutreffen. Der norddeutsche Raum bleibt seine Hochburg.

Standard

Beim Deutsch Stichelhaar handelt es sich um einen kräftigen, mittelgroßen bis großen Hund. Rüden sollten mindestens 60 Zentimeter Schulterhöhe aufweisen, Hündinnen mindestens 58 Zentimeter. Das ideale Gewicht liegt, je nach Geschlecht und Größe, zwischen 20 und 29 Zentimetern. Die Behaarung ist fest und hart, wobei der Bart mäßig ausgeprägt ist. Stattdessen verleihen die charakteristischen Augenbrauen dem Hund ein einer grimmiges Aussehen. Die züchterisch gewünschte Statur ist quadratisch mit einer geraden Rückenlinie. Diese soll zur Kruppe hin leicht abfallen. Der Schädel ist breit und leicht gewölbt, wobei auf eine gute Auswölbung der Brauenbögen zu achten ist. Die hoch angesetzten Ohren hängen glatt herunter und dürfen keinesfalls eingedreht sein. Auch die kräftige Rute sollte hoch angesetzt sein und gerade bzw. leicht aufwärts getragen werden. Das harte und borstige Haarkleid liegt locker an und soll nur mäßig Unterwolle aufweisen. Gemäß Standard sind folgende Farben erlaubt:

- Braun
- Weiß
- Braunschimmel mit oder ohne Platten
- Hellschimmel (braun gemantelt)

Der Deutsch Stichelhaar ist unter der Nummer 232 im FCI eingetragen.

Charakter

Der Stichelhaar ist ein zäher, ausdauernder und vielseitiger Jagdgebrauchshund. Er ist nicht nur voller Jagdbegeisterung, sondern auch ein bewährter Wachhund für Haus und Hof sowie ein beharrlicher Beschützer seines Herrn. Wie die meisten Jagdhunde besitzt der Stichelhaar ein ausgesprochen menschenfreundliches Wesen. Dieser Hund besitzt ein ausgeglichenes und ruhiges Wesen, konnte sich dabei aber seine mutige und überaus robuste Grundkonstitution erhalten. Der Stichelhaar ist weder aggressiv noch scheu, aber dafür sehr beherrscht. Seine guten Eigenschaften kommen jedoch nur bei entsprechend guter Erziehung zum Tragen. Er braucht eine konsequente Führung sowie eine sinnvolle Beschäftigung. Am besten eignet sich der Deutsch Stichelhaar als Jagdhund, da er dabei seine angeborenen Triebe und Talente entfalten und ausleben kann. Als Familienhund eignet sich der selbstbewusste Stichelhaar nicht unbedingt, auch als Ersthund für unerfahrene Hundeanfänger sollte er nicht die erste Wahl sein.

Besonderheiten und Pflege

Das borstige und harte Fell schützt den Stichelhaar vor ungünstigen Witterungseinflüssen wie Kälte und Feuchtigkeit. Im Winter ist die Unterwolle stark ausgebildet, im Sommer hingegen nur schwach bzw. verschwindet sogar vollständig. Typisch für diese Rasse ist am Fang befindliche „Schnurrbart“. Da die Zucht vor allem auf Robustheit abzielt, sind die Hunde dieser Rasse wenig krankheitsanfällig.