Livestream Shop Sponsoren

Collie Kurzhaar

Collie Kurzhaar

Der Kurzhaarcollie ist eine von der Fédération Cynologique Internationale in Gruppe 1, Sektion 1 (Schäferhunde) anerkannte Hunderasse. Den Namen Collie erhielten die als „Colley Dogs“ bezeichneten schottischen Schäferhunde von den Colleys genannten Schafen. Die Hunderasse Collie, die vermutlich von einer in römischer Zeit erfolgten Kreuzung von Herdenschutzhunden und in den Alpen heimischen Spitzrassen ausging, verbeitete sich während der Völkerwanderungszeit bis nach Schottland, wo sie auch wegen ihrer in den Highlands und Hochmooren von weitem erkennbaren Zeichnung von Schafzüchtern gehalten wurde. Erst im Jahr 1961 gelangten die ersten Kurzhaarcollies nach Deutschland.

Erscheinungsbild

Der harmonische Körperbau unterstreicht den würdevollen Gesamteindruck der Kurzhaarcollies, die eine Widderristhöhe von 56 bis 61 Zentimetern (Hündinnen 51 bis 56 Zentimeter) und ein Gewicht zwischen 20 und 30 Kilogramm (Hündinnen 18 bis 25 Kilogramm) aufweisen. Damit sind die Hunde zwischen 5 und 8 Kilogramm schwerer und auch robuster als Langhaarcollies. Die Körperlänge übersteigt etwas die Körperhöhe.

Die mittelgroßen, mandelförmigen Augen zeigen einen wachsamen Blick und sind dunkelbraun, bei Hunden der Fellfarbrichtung Blue-Merle zuweilen auch blau. Die mäßig großen und breiten Ohren stehen in den unteren zwei Dritteln aufrecht, während das oberste Drittel nach vorne fällt.

Kurzhaarcollies besitzen kurzes, dichtes und hartes Haar sowie eine dichte Unterwolle. Zobelfarbige Kurzhaarcollies variieren zwischen hellen Goldtönen und tiefdunklem Mahagonis sowie schattierten Zobelfarben. Dreifarbige Collies weisen vorwiegend Schwarz, Weiß und Tan (naturfarbene Brauntöne) auf. Häufig überwiegt der schwarze Fellanteil, wobei oft kräftige lohfarbene Abzeichen an Läufen und Kopf einbezogen sind. In der Zucht sind in Rostfarbe schimmernde Deckhaare unerwünscht. Dagegen werden weiße Halskrausen, eine weiße Brust, weiße Rutenspitzen sowie weiße Läufe und Pfoten als vorteilhaft bewertet.

In Blue-Merle gefärbte Collies verfügen über das sogenannte Merle-Gen (Merle-Faktor), das gegenüber den Tricolor-Collies zu Fellaufhellungen führt. Blue-merle-farbene Hunde besitzen überwiegend silberblaue Haare und schwarze Flecken oder in Schwarz marmorierte Zeichnungen. Deutliche lohfarbene Abzeichen sind in der Zucht erwünscht.

Da der Merlefaktor bei 25 % der Nachkommen zu Blindheit oder Taubheit führt, wenn beide Elternteile über das veränderte Gen verfügen, und das Merle-Gen bei Sable-Merle-Collies schlecht erkennbar ist, hat der Verband für das deutsche Hundewesen die Zucht von Sable-Merle-Collies verboten.

Wesen

Der freundliche und unkomplizierte Kurzhaarcollie verbindet seine elegante Erscheinung mit guten Gebrauchseigenschaften. Gerne arbeiten die anhänglichen Hunde mit Menschen zusammen. Der aktive, wachsame und intelligente Kurzhaarcollie zeigt ein fröhliches Wesen und keinerlei Aggressivität oder Nervosität.

Die Erziehung des Hundes sollte liebevoll und angemessen konsequent sein, da der Kurzhaarcollie ein großes Anlehnungsbedürfnis besitzt und zu große Härten oder launenhaftes Verhalten seines Herrn zu unsicherem und ängstlichem Verhalten der Tiere führen können.

Haltung und Pflege

Der als Arbeitshund gezüchtete Kurzhaarcollie benötigt zwar ausreichende und sinnvolle Beschäftigung, dies aber aufgrund seines gemäßigten Temperamentes in geringerem Umfang als es bei anderen Hütehundrassen der Fall ist. Als Familienhund ist der kinderliebe Kurzhaarcollie besonders gut geeignet. Die mit einem sanften Temperament ausgestatteten Tiere begleiten gerne auf Radtouren oder Spaziergängen und können auch als Therapie-, Rettungs- und Blindenhunde eingesetzt werden.

Die Haltung des auch hinsichtlich des Futters anspruchslosen Hundes setzt keine allzu großen Vorerfahrungen voraus. Collies verstehen schnell, was von ihnen verlangt wird und bemühen sich um eine gehorsame Umsetzung, so dass häufige Wiederholungen von Lehreinheiten meist nicht erforderlich sind.

Für eine Zwingerhaltung ist der nach Nähe suchende, sensible und bewegungsfreudige Kurzhaarcollie ungeeignet.

Gesundheit

Aufgrund des nur bei Collies vorkommenden „MDR1“-Gendefektes stellen die Hunde ein bestimmtes Protein nicht oder fehlerhaft her, was zu einer (teilweise lebensgefährlichen) Medikamenten-Überempfindlichkeit führt. 76 % aller Collies weisen den MDR1-Gendefekt auf.

Überdurchschnittlich oft tritt bei jungen Collies darüber hinaus Dermatomysisits auf, die vermutlich von einer Kombination aus genetischer Veranlagung und Virusbefall ausgelöst wird und eine die Haut und Muskeln betreffende Autoimmunerkrankung darstellt.