Livestream Shop Sponsoren

Chodský pes

Chodský pes

Der Chodenhund, auch als Chodenländer Hund bzw. in seiner tschechischen Heimat als Chodský pes bekannt, ist noch eine sehr junge Rasse. Erst zum Ende des 20. Jahrhunderts begannen Fachleute mit der Herauszüchtung des Chodenländer Hundes. Die mittelgroßen Hunde gelten als leicht erziehbar und gelehrig, aber auch als temperamentvoll. Derzeit ist die Rasse zwar von der Tschechischen Kynologischen Vereinigung (ČMKU) anerkannt, nicht jedoch vom internationalen Dachverband FCI.

Geschichte

Das Jahr 1984 gilt als Geburtsjahr der neuen tschechischen Nationalrasse Chodský pes. Die schäferartigen Hunde wurden gezielt aus wenigen Exemplaren heraus gezüchtet, die von vornherein die gewünschten Eigenschaften in Hinblick auf Phänotyp und Charakter mitbrachten. Dennoch handelt es sich nicht um eine reine Kunstrasse, denn die Vorläufer des heutigen Chodenländer Hundes bewachten einst in Südböhmen (tschechisch: Chodsko; deutsch auch: Chodenland) Haus und Hof. Der ursprüngliche Chodenländer Hund ließ sich sehr vielseitig einsetzen und diente nicht nur als Wach-, sondern auch als Hirtenhund. Der tschechische Kynologe Jan Findejs setzte es sich schließlich zum Ziel, diese ursprüngliche Heimatrasse wieder zu beleben und einen Rassestandard festzulegen. Der tschechische Rassestandard wurde bereits 1984 anerkannt, den ersten Wurf gab es jedoch erst im Jahre 1985. Vermutungen zufolge waren die ursprünglichen Chodenländer Hunde an der Herauszüchtung des modernen Deutschen Schäferhundes beteiligt. Für diese These spricht unter anderem die starke phänotypische Ähnlichkeit des Chodenhundes mit einem langhaarigen Deutschen Schäferhund.

Standard

Der schäferartige Chodenhund zählt zu den mittelgroßen Hunderassen. Rüden haben optimalerweise eine Schulterhöhe zwischen 52 und 56 Zentimeter, Hündinnen sind mit 49 bis 53 Zentimeter nur geringfügig kleiner. Das Gewicht bewegt sich im Rahmen zwischen 16 und 25 Kilogramm und ist abhängig von Geschlecht, Größe und Alter. Typische Merkmale sind der rechteckige, harmonische Körperbau, die kurzen Stehohren sowie das lange Fell. Die kurzen Ohren des Chodenländer Hundes sind hoch angesetzt und richten sich nach vorne. Sie haben eine breite Basis und stehen zudem dicht beieinander. Ihre Form ist dreieckig. Der Schädel ist flach mit mandelförmigen Augen.
Die lange, seidige Behaarung weist eine schwarze bis metallschwarze Färbung mit rotgelben Abzeichen (Black and Tan) auf. Die Abzeichen sollen satt gefärbt sein und dürfen an folgenden Körperstellen erscheinen:

- individuell ausgeprägte Kopfmaske
- charakteristischer Halbmond von den Backen ausgehend bis zur Kehle
- Brustabzeichen getrennt von denen der Kehle
- Unterseite von Brust, Bauch und Rute
- Vorderbeine vom Ellenbogen bis zu den Zehen
- Hinterbeine von den Zehen bis zum Sprunggelenk

Andere Farben als die genannten sind gemäß dem tschechischen Standard nicht zulässig.

Charakter

Chodenhunde gelten als sehr temperamentvoll, ohne dabei jedoch übertriebene Reaktionen zu zeigen. Sie sind leicht zu führen, aufmerksam und sehr gelehrig. Aufgrund seiner Geschichte als Wachhund ist der Chodenhund zudem mutig, furchtlos, besitzt starke Nerven und ist sehr wachsam. Zudem ist diese Rasse überaus freundlich und eignet sich daher, vorausgesetzt das Tier bekommt ausreichend Auslauf und Beschäftigung, sehr gut als Familienhund. Chodenländer Hunde sind anhänglich und verteidigen „ihre“ Familie sowie „ihr“ Revier hartnäckig. Die Hunde sind fremden Personen gegenüber eher reserviert. Aufgrund seiner Gelehrsamkeit eignet er sich zudem, ähnlich wie der Deutsche Schäferhund, auch für eine anspruchsvolle Ausbildung, etwa zum Schutz- oder Rettungshund. Sehr gerne wird der Chodenhund auch als Lawinensuchhund sowie als Blindenführhund ausgebildet. Er verfügt über einen ausgezeichneten Geruchssinn. Für einen hundesportlichen Einsatz eignet sich vor allem Agility.