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Bordeauxdogge

Bordeauxdogge

Bei der auch als Dogue de Bordeaux bezeichneten Bordeauxdogge handelt es sich um eine alte Hunderasse, die von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) in Gruppe 2, Sektion 2.1 anerkannt ist. Während die Tiere früher vorwiegend im Rahmen der Jagd eingesetzt wurden oder im Kampf gegen Stiere antreten mussten, werden sie heute als Wach- oder Familienhunde genutzt. Bekanntheit erlangte die Bordeauxdogge vor allem durch die Medien: In dem 1989 erschienenen Film „Scotty und Huutsch“ nahm der Hund eine der Hauptrollen ein.

Herkunft

Bordeauxdoggen gelten als die Ahnen der heutigen Doggen. Ihre eigene Herkunft geht zurück bis ins antike Rom: Einen Hinweis auf die Existenz der Hunde liefert bereits die um 1300 vor Christus angefertigte Abbildung eines der Bordeauxdogge sehr ähnlichen Tiers im italienischen Bologna. Zumindest in ihrem Heimatort Frankreich zählen die auch als Metzgerhunde bezeichneten Molosser damit zu den ältesten aller Hunderassen. Aus ihnen wiederum entwickelte sich mit dem mittelalterlichen Alan ein weiterer Vorfahre. Zu ihrem Namen gelangten die Tiere durch die erste französische Hundeausstellung im Jardin d’Acclimation im Jahre 1863. Einen festgelegten Standard gab es damals allerdings noch nicht – das Erscheinungsbild der Doggen variierte von Region zu Region. Nachdem Pierre Megnin 1896 erste Ansätze einer Definition bekannt machte, veröffentlichte Professor Kunstler im Jahre 1910 seine „Étude Critique sur le Dogue de Bordeaux“. Diese umfasst neben vielen Beschreibungen auch zahlreiche Abbildungen der Tiere und beschreibt die Bordeauxdoggen bereits in ihrer heute noch charakteristischen Erscheinung.

Rassestandard

Das Äußere der Bordeauxdogge ist durch einen muskulösen Körperbau und einen mächtigen, breiten Kopf geprägt. Der Umfang der Brust sollte etwa 25 bis 30 Zentimeter mehr aufweisen als die Höhe des Widerrists. Die Höhe des Widerrists liegt bei Rüden zwischen 60 bis 68 Zentimetern, bei Hündinnen zwischen 58 und 66 Zentimetern. Dabei erlaubt der Standard eine Abweichung von einem Zentimeter nach unten und von zwei Zentimetern nach oben. Da der Abstand vom Brustbein zum Boden niedriger ist als die Tiefe der Brust, handelt sich um einen tief gestellten Hund. Während die weibliche Bordeauxdogge etwa 45 Kilogramm auf die Waage bringt, hat die männliche Bordeauxdogge ein Gewicht von mehr als 50 Kilogramm. Bei dem Rüden sind der Umfang des Kopfes und die Höhe des Widerrists nahezu identisch. Aber auch weibliche Bordeauxdoggen haben einen großen, trapezförmigen Schädel. Dieser ist von symmetrischen Falten überzogen, welche Aufschluss auf den jeweiligen Gemütszustand des Tieres geben. Anders als viele andere Hunde ist die Bordeauxdogge ein Vorbeißer. Folglich stehen ihre unteren Schneidezähne vor den oberen. Bordeauxdoggen haben kurzes, glattes Fell in goldener, rehbrauner Farbe. Auch Abstufungen in Mahagoni sind üblich. An den Pfoten und auch an der Brust werden weiße Zeichnungen toleriert. Die kleinen, hängenden Ohren und die Maske sind in der Regel wesentlich dunkler und können sogar schwarz ausfallen. Es gibt jedoch auch Tiere ohne Maske. Die Bordeauxdogge hat einen harmonischen, geschmeidigen Gang. Ihre Rute reicht bis zum Sprunggelenk hinunter und wird im Ruhezustand tief getragen.

Charakter

Im Charakter der Bordeauxdogge ist das Erbe der Molosser deutlich zu spüren: Es handelt sich um ein nervenstarkes Tier mit einer hohen Reizschwelle. Als Familienhund ist die Bordeauxdogge darüber hinaus freundlich, ausgeglichen und braucht den engen Kontakt. Der Umgang mit Kindern stellt kein Problem dar. Eine konsequente Erziehung ist angesichts der Dickköpfigkeit des Tieres allerdings wichtig. Die Bordeauxdogge benötigt viel Platz und Bewegungsfreiheit. Ihre Lauffreudigkeit hält sich jedoch in Grenzen. Die Lebenserwartung der wasserliebenden Hunde liegt bei acht bis zehn Jahren.

Rechtliche Situation

Trotz ihres friedvollen Wesens wird die Bordeauxdogge in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg und Brandenburg als vermutlich gefährlich eingestuft. Besitzern steht es jedoch frei, diese grundsätzliche Annahme im Rahmen eines Wesenstests zu widerlegen. Die Sanktionen, die sich aus einem eventuellen Nichtbestehen ergeben, sind von Bundesland zu Bundesland verschieden.