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Boerboel

Boerboel

Die multikulturelle Geschichte Südafrikas spiegelt sich auch in der Entwicklung der südafrikanischen Hunderasse Boerboel wider.
Siedler aus den verschiedensten Ländern brachten ihre heimischen Hunde mit nach Südafrika. Die Lebensbedingungen dort waren rau, die Anforderungen an die Hunde hoch. So kam es, dass nur die robustesten Tiere überlebten und sich fortpflanzten.
Auf Rassen wurde dabei keine Rücksicht genommen, sodass sich die einzelnen Rassen immer weiter miteinander vermischten. Es kam auch zu Kreuzungen mit einheimischen Hunden, die sich über Jahrhunderte an das anspruchsvolle Klima Südafrikas gewöhnt hatten.
Die Aufgabenstellungen an die südafrikanischen Hunde waren vielfältig. Sie sollten in erster Linie Haus, Hof und Halter beschützen. Teilweise wurden sie auch zur Jagd oder als Hütehunde eingesetzt.
Dank ihrer genetischen Vielfalt waren die später als Boerboel („Bauernbulldogge“) bezeichneten Hunde robuster und widerstandsfähiger als zahlreiche andere Rassehunde mit ihren rassetypischen Erkrankungen.
Die eigentliche Züchtung von Boerboels begann jedoch erst in den 1950er Jahren in Südafrika.
Erst 1995 wurde der Boerboel erstmals in Europa auf der Welthundeausstellung im belgischen Brüssel präsentiert. In Europa ist die Rasse noch nicht weit verbreitet, erfreut sich aber unter Kennern wegen ihrer außergewöhnlichen Eigenschaften größter Beliebtheit.

Charaktereigenschaften

Durch die zahlreichen verschiedenen Rassen, die Einfluss auf die Entstehung der Rasse Boerboel genommen haben, weisen Boerboels, je nach Familiengeschichte, unterschiedliche Neigungen auf.
Der Schutztrieb ist bei den meisten Tieren sehr stark ausgeprägt. Jagd- und Hütetrieb jedoch sind Typsache und nicht bei jedem Hund selbstverständlich.
Der Boerboel zeichnet sich durch seine einzigartige Furchtlosigkeit aus. In Südafrika wird er von Landbesitzern auch heute noch vorwiegend im Freien gehalten. Freilaufend bewacht er Grundstück und Vieh.
Da er sich dort auch übermächtigen Gegnern wie Löwen und mehrköpfigen Diebesbanden entgegenstellen muss, wurden in der Vergangenheit nur die furchtlosesten und kräftigsten Tiere zur Zucht ausgewählt.
Auch wenn häufig behauptet wird, dass der Boerboel nichtsdestotrotz ein harmloser Geselle sei, der nie aggressiv reagiere, sind solche Aussagen mit Vorsicht zu genießen.
Wenn man in Mitteleuropa einen Boerboel halten will, sollte man sich daher mit den speziellen Anforderungen vertraut machen, die ein Hund dieser Rasse an seinen Halter stellt.
Neben Hundeerfahrung, Selbstbewusstsein und der ausreichenden körperlichen Fitness, um einen so kräftigen Hund wie den Boerboel handhaben zu können, gehören dazu auch die geeigneten räumlichen Gegebenheiten.
Als Bewohner einer Mietwohnung ist der Boerboel eher ungeeignet. Er braucht ein gesichertes Grundstück, auf dem er sich möglichst frei bewegen kann, ohne eine Gefahr für potentielle „Eindringlinge“ darzustellen.
Gleichzeitig sind Boerboels sehr intelligent und benötigen genügend Beschäftigung. Sie sind nur glücklich, wenn sie ihren Schutztrieb ausleben können, sollten aber dennoch nicht einfach den ganzen Tag über sich selbst überlassen sein.
Als Zweithund eignen sich vor allem Rüden oft nicht, denn sie sind sehr dominant und territorial veranlagt.

Erscheinungsbild

Boerboels sind große, muskulöse Hunde von imposanter Statur mit bulligem Kopf. Rüden sollten größer als 60 cm sein, Hündinnen größer als 55 cm.
Bei der Fellfarbe gibt es eine ganze Reihe an zugelassenen Färbungen. In Mitteleuropa sind die meisten Boerboels beige, braun oder gestromt. Es gibt jedoch auch schwarze und scheckige Boerboels, welche jedoch nicht von der KUSA (Mitglied der FCI) anerkannt sind.