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Bluthund

Bluthund

Der Bluthund, auch Bloodhound genannt, ist eine von der FCI anerkannte Hunderasse. Er gehört zur FCI-Gruppe 6 der Lauf- und Schweißhunde. Der Rassestandard der Bloodhounds wird in Belgien entwickelt mit dem Zuchtziel Gebrauchshund. Dort wird der Bloodhound auch als St. Hubert Hound bzw. Chien de St. Hubert bezeichnet. Die Herkunft des Namens Bloodhound ist nicht eindeutig geklärt. Ganz sicher geht der Name Bluthund nicht, wie man es vermuten könnte, auf eine etwaige Blutrünstigkeit dieser Hunde zurück, denn blutrünstig ist diese Rasse wahrlich nicht. Vielmehr bedeutet es eher „Hund von edlem Blute“ oder geht auf seinen äußerst ausgeprägten Geruchssinn zurück, durch den er in der Lage ist, die Blutspur verletzten Wildes – in der Jägersprache auch Schweißspur genannt – auch unter schwierigsten Bedingungen und über sehr große Entfernungen aufzuspüren. Der Bloodhound ist ein Arbeits- und Gebrauchshund und wird als Lauf-, Spür- und Suchhund, zunehmend auch in der Kriminalistik, eingesetzt.

Herkunft und Geschichte des Bluthundes

Der Bloodhound, oder St.-Hubertus-Hund, wie er früher genannt wurde, hat einen sehr alten Stammbaum. Schon im zweiten Jahrhundert dienten die Vorfahren der Bluthunde den Kelten und Galliern als Laufhunde und wurden bis zum 16. Jahrhundert in den königlichen Meuten eingesetzt. Der St.-Hubertus-Hund wurde von den Mönchen des Klosters Saint Hubert in den Ardennen gezüchtet. Im 11. Jahrhundert kam er nach England, dort wurde er von den Engländern Bloodhound (Bluthund) genannt. Durch selektive Züchtung wurde der St.-Hubertus-Hund zum heute vorkommenden Bluthund verfeinert.

Statur und Körperbau

Der Bluthund ist groß, kräftig und muskulös. Die Widerristhöhe bei Rüden beträgt 63 bis 70 cm, bei Hündinnen 58 bis 63 cm bei einem Gewicht zwischen 36 und 50 kg. Sein Fell in den Farben Schwarz und Brandrot, Leberfarben und Brandrot oder Fahlrot ist fein, kurz und dicht. Weiße Abzeichen an Pfoten, Brust und Schwanzspitze sind zulässig.

Der Bluthund verfügt über ein ausgezeichnetes Riechvermögen, was ihn zu einem erstklassigen Fährtenleser macht. Mit 300 Millionen Riechzellen – im Vergleich zu 10 bis 30 Millionen beim Menschen – verfügt er über die bestausgestattete Nase aller Hunderassen. Durch seinen langen Hals reicht die Nase auch in vollem Lauf bis nah zum Boden, was ihm das Aufspüren und Verfolgen der Beute erleichtert.

Zu den auffälligen Merkmalen des Bluthundes gehören tiefe Falten an Stirn und seitlich des Kopfes sowie die Wamme, eine ausgeprägte faltige Überlappung der Haut unterhalb der Kehle. Die langen, dünnen Ohren und die Hautlappen eine Art Trichter um sein exzellentes Riechorgan.

Hängende Lefzen und das Scherengebiss sorgen für den melancholischen Gesichtsausdruck des Bluthundes. Trotz seiner Größe hat der Bluthund einen schwungvollen, federnden Gang, was ihn zu einem charmanten Gentleman mit majestätischem Gangbild macht. Der Bluthund erreicht ein Alter von etwa 10 bis 12 Jahren.

SWesen und Charakter

Vom Grundcharakter her ist der Bluthund sanftmütig, intelligent, anhänglich, ruhig, freundlich, sehr gelehrig und niemals aggressiv. Er ist zutraulich gegenüber Kindern und eignet sich durch seine ausgeprägte Treue auch als Familienhund. Da er jedoch auch als ausgesprochen stur gilt und seinen eigenen Kopf hat, ist er für unerfahrene Hundehalter eher nicht geeignet. Seine Erziehung erfordert Zeit, Geduld und Konsequenz. Mit einer starken Führung und einem ruhigen und erfahrenen Besitzer wird der Bluthund bei früh beginnender Erziehung jedoch zum treuen Weggefährten.

Der Bluthund hat einen ausgeprägten Jagdtrieb und benötigt viel Auslauf. Für die Wohnungshaltung ist er nicht geschaffen. Er hat einen starken Beschäftigungsdrang, braucht geistige Herausforderung und liebt es, schwierigste, auch tage- oder wochenalte Spuren zu verfolgen. Als Wachhund ist er nicht geeignet, er bellt zwar mit tiefer Stimme jeden Eindringling an, würde ihm aber niemals etwas zuleide tun.

%h4%SEinsatz als Lauf-, Spür- und Suchhund

Für erfahrene Hundehalter, die sich viel mit ihrem Hund beschäftigen und dessen jagdliche Passion lieben, ist der Bluthund der ideale Begleiter. Bluthunde werden eingesetzt beim Mantrailing zur Suche nach entlaufenen Kindern, verirrten Wanderern oder vermissten Personen sowie als Fährtenhunde bei der Polizei, Behörden und der Rettungshundestaffel. Dort sind Bluthunde in ihrem Element. Berühmtester Bloodhound war Nick Carter, der während seines Einsatzes bei Scotland-Yard als Spürhund zur Verhaftung von 600 gesuchten Personen beitrug.