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Billy

Billy

Es ist das Jahr 1877, als sich Hublot du Rivault, ein Landedelmann aus dem Ort Billy im westfranzösischen Poitou, entschließt, seine eigene Hunderasse zu züchten. Neun Jahre lang selektiert er Kreuzungen aus den inzwischen ausgestorbenen Hunderassen Céris, Montaimboeuf und Larrye, bis er endlich sein selbstgestecktes Zuchtziel erreicht hat. Das Ergbenis von du Rivaults Bemühungen ist der nach seinem Entstehungsort benannte Billy. Wenn man den Aufzeichnungen des Erstzüchters Glauben schenkt, hat er in seinen Zwingern fast 3000 Hunde gezüchtet.

Zucht

Hublot du Rivaults Zuchtziel für den Billy enthielt unter anderem einen optischen Anspruch. Der Céris – mittelgroß und von weißer Farbe mit orangenen Platten – sowie der Montaimboeuf – groß, kräftig und ebenfalls in Weiß und Orange gekleidet – verleihen diesem beim FCI als Lauf- und Schweißhund geführten Tier bis heute sein charakteristisches Aussehen. Besonderer Wert wurde dabei auf ein möglichst helles Orange gelegt. Nichts desto trotz stecken in den Billys auch ein hervorragender Jagdinstinkt und eine gute Nase, wie sie vor allem der Larrye gehabt haben soll. Rehe und Hirsche werden mit Billy-Meuten bejagt, aber auch Wildschweine. Somit handelt es sich um mutige, zielstrebige und intelligente Hunde, die auch eine nicht zu unterschätzende Schärfe zeigen können.

Leider war diese Rasse nach dem zweiten Weltkrieg ebenso vom Aussterben bedroht wie ihre Ahnen. Nur zwei Exemplare waren übrig geblieben, doch konnte diese außerhalb Frankreichs kaum verbreitete Rasse glücklicher Weise erhalten werden. Jedoch zeigt der Genpool dementsprechend eine recht geringe Vielfalt. Diese Wiederbelebung gelang ausgerechnet dem Sohn des Rassevaters: Anton du Rivault. Seine Hündin Blondinette soll 78 Welpen zur Welt gebracht haben.

Aussehen

Die Färbung heutiger Billys kann unterschiedlich ausfallen. Manche Rassevertreter sind vollständig weiß oder milchkaffeweiß, andere tragen weißes Fell mit Flecken oder Mänteln, vorwiegend im Bereich von Kopf, Rücken und Rute. Hierbei sind die Farben Hellorange sowie Zitrone laut FCI-Standard zulässig. Das kurze und glatte Haarkleid fasst sich zumeist hart, fast schon grob an.

Körperbau

Die Größe der Billys ist stattlich: Rüden erreichen 60 bis 70 Zentimeter Widerristhöhe, Hündinnen 58 bis 62 Zentimetern. Bei einem durchschnittlichen Gewicht von 24 bis 32 Kilogramm sind die Billys verhältnismäßig schlank gebaut. Sie erscheinen mit ihren hohen Beinen und ihrem länglich proportionierten Kopf eher drahtig als kräftig. Dennoch ist diese Rasse durchaus gut bemuskelt, ausdauernd und sportlich. Die Vorderhand ist im Verhältnis zur Hinterhand stsärker ausgeprägt und kräftiger. Der Hals ist rundlich und nicht zu kräftig, manchmal kann eine leichte Wamme erkennbar sein.

Spezielle Merkmale

Was den Billy neben seiner Farbe optisch von anderen französischen Laufhunden unterscheidet sind seine Ohren. Diese sind zwar typisch mittelgroß bis groß im Vergleich zu anderen Hunderassen und hängen über die Backen hinunter, doch sind sie höher angesetzt und etwas länglicher geformt. Der restliche Kopf wird von einem erkennbaren Hinterhauptshöcker und einem deutlichen Stop zwischen Nasenrücken und Schädel geprägt. Die Augen sind dunkel mit einer braunen oder schwarzen Umrandung. Sie sollen die Lebhaftigkeit dieser Rasse widerspiegeln. Der Nasenschwamm zeigt sich gut entwickelt und von braunroter oder schwarzer Farbe.

Fazit

Die Hunderasse der Billys besticht also mit einer spannenden Herkunftsgeschichte, außergewöhnlicher Optik sowie einer gewissen Seltenheit. Hierzu gesellen sich ein guter Spürsinn, Intelligenz und Arbeitswille. Das macht den Billy zu einem geeigneten Hundesportpartner, insbesondere für Lauf- und Sucharbeiten.