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Berger de Picardie

Berger de Picardie

Das vitale Raubein besitzt eine sensible Seele und besticht durch seine charmante Art. Doch seine, für Hütehunde typische, bei ihm sehr ausgeprägte „Dickköpfigkeit“ setzt beim Halter fortgeschrittene Hundekenntnis und Erfahrung in Erziehungsmethoden voraus. Mit viel Geduld und Konsequenz, aber nie übertrieben oder zu hart vorgehend, wird der aufgeweckte, intelligente und gelehrige Hund zum freundlichen, ausgeglichenen, gutmütigen, treuen Familienhund mit festem Rangplatz und normalem Beschützerinstinkt, der seine Bellattacken im Griff hat. Er ist ausgesprochen familien- bzw. personengebunden. Fremden gegenüber bleibt er reserviert. Gut sozialisiert kann er überall mit hingenommen werden. Seine Fähigkeiten als geduldiger Therapiehund, z.B. als Gehörlosenhund, haben sich schon herumgesprochen.

Historie

Den Berger de Picardie, umgangssprachlich Picard genannt, sieht man nicht nur in Deutschland, auch in seinem Heimatland Frankreich äußerst selten. Einst, vielleicht schon bei den Kelten, die ihn angeblich 800 n. Chr. in die Picardie (heute: Pariser Becken) gebracht haben sollen, war er ein vorzüglicher Hirtenhund. In den zwei letzten großen Weltkriegen wurde er zum Militär „eingezogen“, was jedes Mal dazu führte, dass die Rasse danach fast ausgelöscht war.
Zwischen den Kriegen entwickelten prominente Zeitgenossen wie Fontaine, Mégnin und Tournemine einen ersten Rasse-Standard und erreichten die Anerkennung des Berger de Picardie am 21. 1.1925 im nationalen Club Francais du Chien de berger und der Société Central Canine.
Nach Kriegsende 1944 fahndete der Züchter Jean Cotté aus Amiens nach den wenigen überlebenden Berger de Picardie und paarte diese mit Bouvier de Flandres. Aus dieser Zucht ging der Rüde "Wax de la Bohème" und die Hündin "Radjah de la Bohème" hervor, die als Stammeltern der heutigen Berger de Picardie gelten. Das große Inzuchtproblem aufgrund geringen Zuchtmaterials konnten die Zuchtstätten "de la Franche Pierre" (Lampert) und "du Grand Tarsac" (Sénécat) bereits in den 1960er Jahren auf 20% senken. Etwa 10 Jahre danach wurden die Picards auch außerhalb Frankreichs, in Deutschland ab 1986, gezüchtet. Die Anzahl der Berger de Picardie in Deutschland liegt heute schätzungsweise bei etwas über 300 Hunden. Die FCI führt die Rasse seit 1994 unter der Nr. 176, Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde Sektion 1: Schäferhunde mit Arbeitsprüfung.

Optik

Der sportlich-elegante Picard ist kräftig und muskulös. Die Widerristhöhe von 60 - 65 cm (Rüden) und 55 - 60 cm (Hündinnen) weist ihn als mittelgroß aus. Die Körperlänge liegt minimal unter der Widerristhöhe. Das optimale Gewicht variiert größenabhängig zwischen 25 und 35 Kilogramm.
Auf dem kräftigen Hals sitzt der Kopf mit relativ breitem Schädel, hoch angesetzten, strikt nach oben weisenden Ohren. Die durch den Fellwuchs gut markierten Augenbrauen verdecken nicht die mittelgroßen, immer dunkel gefärbten Augen. Die dunkle Nase beschließt den nie zu langen oder zu spitzen Fang, den ein leichter Backenbart umgibt. Die gut behaarte Rute wird mit leichter Krümmung in Höhe der Sprunggelenke hängend getragen.
Die Unterwolle ist sehr fein im Gegensatz zum mittellangen, dichten, „strubbeligen“ Fell, das rauhaarig-spröde und extrem wetterfest ist. Der Pflegeaufwand ist minimal.
Farblich ist Grau mit schwarzen, rötlichen, bläulichen Einschlägen, Sand/falb mit ebensolchen Schattierungen, dabei immer ohne nennenswerte weiße Abzeichen, vorherrschend.

Gesundheit

Gesundheitlich zählt der Picard zu den unauffälligen Rassen, deren Lebensalter bei 13 bis 14 Jahren liegt. Gelegentlich treten Augenentzündungen im Welpen Alter auf. Routinechecks auf Hüftdysplasien sind ratsam.

Hundesport

Da Beschäftigung und viel Auslauf ohnehin ganz oben auf dem Tagesprogramm stehen und der gelehrige Picard sich bei einer kompetenten Bezugsperson – aber nur bei der - auch recht lernwillig zeigt, sind Agility, Obedience, Flyball oder Dogdancing mit ihm machbar. Hauptsache das Training läuft locker, spielerisch und nie monoton ab. Dann absolviert er auch die Prüfungen im Turnierhundesport. Der Hundesport ist eine gute Vorbereitung auf seine eventuelle Verwendung als Fährten-, Schutz- oder Rettungshund.