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Anatolischer Hirtenhund

Anatolischer Hirtenhund

Der anatolische Hirtenhund kann recht unterschiedlich aussehen. In der Türkei gilt generell jeder hirtenhundartige Hund mit einer Schulterhöhe von 71 bis 81 cm als anatolischer Hirtenhund. Dazu gehören die auch oft als eigenständige Rassen gezählten Kangals, Akbas und Kars-Hunde. Wie man sich denken kann, können deshalb viele verschiedene Fellfarben auftreten. Gemeinsam haben alle anatolischen Hirtenhunde allerdings ein kurzes, glänzendes Fell, einen Fellkragen sowie einen breiten Kopf.

Das Zuchtziel des anatolischen Hirtenhundes

Anatolische Hirtenhunde werden in ihrer Heimat noch heute nach ihrem Zuchtziel als Hütehunde eingesetzt. Bis ins Jahr 1592 lassen sich in alten Beschreibungen Hinweise auf anatolische Hirtenhunde finden. Das Zuchtziel für diese Hunderasse war und ist, Hunde zu haben, die selbständig auf ihre zu bewachende Herde aufpassen, also bewegungsfreudig, verantwortungsbewusst, mutig, aber auch sehr eigenständig sein müssen. Wer einen anatolischen Hintenhund anschaffen möchte, sollte sich deshalb vorher bewusst darüber sein, dass dieser Hund rassetypische zuchtbedingte Eigenschaften und Bedürfnisse hat.

Das Wesen des anatolischen Hirtenhundes

Vom Charakter her sind anatolische Hirtenhunde freundliche und ruhige Tiere, die auch sehr gut in einer Familie gehalten werden können. Nach außen hin haben diese Hunde aber einen starken Beschützerinstinkt und können deshalb, wenn sie meinen, dass ihrer Herde - und das gilt auch für die Familie, in der sie leben - eine Gefahr droht, auch einmal aggressiv werden. Da diese Hunde es gewohnt sind, auch eigenständig auf ihre Herde aufzupassen, können sie sehr selbstbewusst werden und gegebenenfalls auch die Führung übernehmen wollen. Es ist deshalb sehr wichtig, dass schon gleich zu Anfang jemand aus der Familie so einem Hund klar macht, dass er der Herdenchef ist. Dieser Person wird sich der anatolische Hirtenhund dann auch bereitwillig unterordnen. Da ein anatolischer Hirtenhund von Natur aus ein mutiges und kein unterwürfiges Tier ist, sollte der Herdenchef in der Familie sich immer darauf einstellen, dass dieser Hund ihn ab und zu herausfordern wird, weil er selbst gern Herdenchef werden möchte. Wer sich das nicht zutraut, kann mit dieser Hunderasse überfordert sein.
Es ist wichtig zu wissen, dass anatolische Hirtenhunde, auch wenn sie liebenswerte Familienhunde sind, die jedes Familienmitglied auch mit ihrem Leben verteidigen würden, Fremden gegenüber immer sehr misstrauisch sein werden. Auch das liegt in den zuchtbedingten Eigenschaften dieser Hunde begründet.
Genauso werden anatolische Hirtenhunde sich fremden anderen Hunden gegenüber selten spontan freundlich verhalten. Sie sind genetisch so gezüchtet, dass fremde Hunde eine Gefahr für ihre Herde darstellen und sie diese abwehren sollten. Wenn so ein Hund mit anderen Hunden sozialisiert werden soll, muss das deshalb sehr vorsichtig geschehen.

Wer einen anatolischen Hirtenhund anschafft, muss bewegungsfreudig sein

Obwohl anatolische Hirtenhunde so massig werden, sind sie ausdauernd, wendig und schnell. Sie haben ein großes Bedürfnis nach viel Bewegung und brauchen diese Bewegung auch, um gesund zu bleiben. Das liegt daran, dass sie in ihrer Heimat ununterbrochen um die zu bewachende Herde herumlaufen müssen. Da hierzulande die wenigsten Menschen ihrem anatolischen Hirtenhund eine große Herde zum selbständigen Hüten zur Verfügung stellen werden können, muss dieses Bewegungsbedürfnis auf andere Weise ausgeglichen werden. Ob am Fahrrad, beim Hundesport jeder Art oder durch ausgiebiges Spielen mit dem Hund und wirklich lange Spaziergänge, was dem Halter selbst überlassen bleiben kann, eines darf ein Halter so eines Hundes niemals sein, und das ist träge. Ein anatolischer Hirtenhund braucht viel Bewegung und Beschäftigung, um gesund und glücklich zu bleiben.