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Affenpinscher

Affenpinscher

Der Affenpinscher zählt zu den Pinschern und Schnauzern in Gruppe 2, Sektion 1 nach dem FCI-Rassestandard 186. Da als Herkunftsland der Hunderasse Deutschland gilt, legt der "Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 e.V." die FCI-Standards fest. Die Bezeichnung der Rasse entstand im Jahr 1896, als die Unterscheidung zwischen kurzhaarigen Zwergpinschern und Affenpinschern vorgenommen wurde. Von Züchtern in aller Welt wird er daneben auch nach den leicht abweichenden Rassestandards KC und AKC gezüchtet. Nachdem in den 1920er bis 1940er Jahren noch etwa 50 Welpen pro Jahr zur Welt kamen, ist der Affenpinscher heute mit jährlich 20 bis 25 Welpengeburten hierzulande zwar nicht vom Aussterben bedroht, aber stellt zweifellos eine Rarität dar. Er gehört zu den ältesten in Deutschland heimischen Hunderassen und ging aus einer Kreuzung aus Pinschern und mopsartigen Hunden hervor. Seinen volkstümlichen Namen erhielt er wegen seines freundlichen Gesichts, das im Ausdruck dem eines Krallenaffen ähnelt.

Mit einer Widerristhöhe von 25 bis 30 cm, die sowohl Rüden als auch Hündinnen erreichen, und einem Idealgewicht zwischen vier und fünf Kilogramm ist der Affenpinscher der Kleinste unter den Pinschern und Schnauzern. Optisch zeichnet er sich durch seinen runden Kopf mit einer spitzen Schnauze und sein drahtig-dichtes, rauhaariges Fell aus. Nachdem er früher in zahlreichen Farbnuancen, von Gelb über Rötlich bis zu Schwarz, vorkommen konnte, werden heute nur noch schwarze, graue und braune Töne standardmäßig gezüchtet. Im Gegensatz zu anderen Vertretern seiner Familie hat er anstelle eines Scherengebisses einen leichten Vorbiss, der jedoch bei geschlossener Schnauze die Zähne noch bedeckt lässt. Seit 1998 herrscht in Deutschland ein Kopierverbot, sodass er mit unbeschnittener Rute auftritt.

Bereits seit dem 15. Jahrhundert finden sich Abbildungen in den Werken bekannter Maler, zum Beispiel Lukas Cranach, Jan van Eyck und Albrecht Dürer, die den Affenpinscher in seiner bis heute fast unveränderten Erscheinung zeigen. Ursprünglich als Hofbewacher und für die Rattenjagd gezüchtet, stiegen die freundlichen und verspielten Vertreter im 19. Jahrhundert bei den Damen der Gesellschaft zum begehrten Schoßhund auf. Heute sind Affenpinscher vor allem als Familien- und Begleithunde beliebt. Die kompakten, anspruchslosen Haustiere lassen sich sogar in der Wohnung halten, dagegen kann Zwingerhaltung bei ihnen Verhaltensauffälligkeiten hervorrufen. Wegen ihres Temperaments eignen sie sich ideal als Begleiter beim Joggen oder Fahrradfahren und für moderne Hundesportarten, wie Agility und Turnierhundsport.

Affenpinscher bedürfen nur wenig spezieller Pflege und sind nicht anfällig für Krankheiten, allein das Fell sollte regelmäßig gründlich gebürstet und eventuell getrimmt werden. Wenn die robusten Energiebündel genügend Auslauf und eine gesunde Ernährung bekommen, können sie gut ein Alter von 10 bis 15 Jahren erreichen.
Die sympathischen Charaktereigenschaften dieser Rasse rühmte schon Alfred Brehm in seinem Standardwerk "Brehms Tierleben" von 1890. Er beschrieb die Affenpinscher als liebenswürdig und dem Menschen und seinen Freunden besonders zugetan, dabei aber Fremden gegenüber in gesundem Maße abweisend. Die lebhafte und fröhliche Art des treuen Hundes macht ihn noch heute zum geeigneten Spielgefährten für Kinder jeder Altersgruppe. Aufgrund seines wachsamen und selbstbewussten Wesens lässt er sich dabei nie zum willenlosen Spielzeug degradieren. Außerdem schätzen Menschen mit Behinderungen die Fähigkeiten des intelligenten Tieres als Begleithund. Aber nicht nur mit Menschen, sondern auch mit den meisten anderen Hunderassen verträgt sich der Affenpinscher problemlos.